Spaniens desaströser Auftakt gegen Kap Verde – aber der Trainer denkt bereits an das WM-Endspiel

Spaniens desaströser Auftakt gegen Kap Verde – aber der Trainer denkt bereits an das WM-Endspiel

Am 19. Juli in New York, da wollen die Iberer zum zweiten Mal nach 2010 Weltmeister werden. Nach der erschreckend harmlosen Darbietung gegen den krassen Außenseiter von der kleinen Inselgruppe vor der Nordwestküste Afrikas wollte in Spanien jedoch niemand mehr etwas davon hören. Marca sprach von einem "desaströsen Start", AS wetterte: "Der große Titelfavorit? Diese Überschrift können wir getrost vergessen."

Zum Match-Center: Spanien vs. Kap Verde

Mit Verweis auf einen Berg in Asturien, der die Radprofis bei der Spanien-Rundfahrt fast jedes Jahr an ihre Grenzen bringt, hieß es weiter: "Schon beim ersten Anstieg kommt uns diese WM wie der Angliru vor." De la Fuente hatte solche Schlagzeilen wohl bereits geahnt, weshalb er sich betont gelassen gab: "Der ganze Rummel macht mir nichts aus. Wir sind jetzt seit 32 Partien ungeschlagen." Er werde sogar ein Schild mit Hinweis auf die Ungeschlagen-Serie in der Kabine aufhängen, sagte er.

Yamal: "Zweifelt nicht!"

Und natürlich kamen auch die Fragen zu Yamal, der als einer der großen WM-Stars gehandelt wird und nach seiner Oberschenkelverletzung gegen Kap Verde erst in der 71. Minute eingewechselt wurde. De la Fuente war angetan vom Comeback des 18-Jährigen, der mit seinen Dribblings "nach seiner Einwechslung gezeigt hat, was er kann"; beim Gegner sei durch ihn "Angst" aufgekommen. Die Schmach von Atlanta konnte aber auch er nicht verhindern, nachdem sich seine Mitspieler zuvor die Zähne an der Abwehr der "Blauen Haie" und deren überragendem Torwart Vozinha ausgebissen hatten.

Es sei ein langes Turnier, und es werde noch alles "so eintreten, wie wir es uns erhoffen", versprach Yamal und forderte: "Zweifelt nicht!" Trotzdem ist der Status des Europameisters als Topfavorit nun schwer angeschlagen. Lautete die Frage vor dem Turnier eigentlich nur, ob die Spanier oder die Franzosen Weltmeister werden, kommen plötzlich die Erinnerungen an die jüngsten WM-Traumata wieder hoch.

Vorrundenaus 2014, Achtelfinal-Aus 2018 und 2022: Eigentlich galt all das als abgehakt, doch der 67. der Weltrangliste hat dafür gesorgt, dass sich Yamal und Co. erst einmal ernsthaft fragen müssen, wie sie am Sonntag (18.00 Uhr/MagentaTV und Flashscore-Audioreportage) im zweiten Gruppenspiel in Atlanta den nächsten Underdog schlagen wollen. De la Fuente versicherte, er werde alles dafür tun, um seine Spieler davon zu überzeugen, "dass es gegen Saudi-Arabien anders laufen wird". Denn ein zweites Kap Verde können sich die Spanier nicht leisten.