Österreich gegen Jordanien: Muss der Sieg zum WM-Start gelingen?

Österreich gegen Jordanien: Muss der Sieg zum WM-Start gelingen?

Als die 24. der FIFA-Weltrangliste empfängt Österreich den WM-Neuling Jordanien, der auf Platz 63 geführt wird. Mit einem gesamten Marktwert, der dem des Wolfsberger AC ähnelt, gilt die Nation aus dem Nahen Osten als Außenseiter in Gruppe J. Daher sind die Erwartungen an das Team von Ralf Rangnick für die Begegnung am Mittwoch (6:00 Uhr MESZ, live im ORF1 und im Stream auf ORF ON) ziemlich klar.

Zum Matchcenter: Österreich – Jordanien

Trotz der eindeutigen Vorzeichen auf dem Papier raten Beobachter davon ab, den Außenseiter zu leicht zu nehmen. ORF-Experte Andreas Ivanschitz geht zwar von einem österreichischen Erfolg aus, stellt aber klar: „Jordanien wird sich zwar sicherlich aus der Defensive heraus präsentieren, aber sie werden sich nicht einfach nur hinten reinstellen.

Mit Bezug auf das 0:0 Spaniens gegen Kap Verde und die 0:2-Niederlage der Türkei gegen Australien äußerte sich Coach Ralf Rangnick auf der Abschlusspressekonferenz: „Das hat noch einmal deutlich gemacht, wie viel man auf Favoritenrollen oder Weltranglistenplatzierungen geben kann.

 

 

Jordanien vertraut auf Disziplin und schnelles Umschalten

„Al Nashama“ (die Edelmütigen) schafften zum ersten Mal den Sprung zu einer Weltmeisterschaft und gehen entsprechend motiviert in die Partie. In den letzten Jahren erreichte Jordanien sowohl das Finale der Asienmeisterschaft als auch das des Arab Cups. Nationaltrainer Jamal Sellami formte nach eigenen Angaben eine „strukturierte und disziplinierte Mannschaft“.

Der gefährlichste Spieler ist Flügelstürmer Mousa Al-Tamari von Stade Rennes, der in seiner Heimat sogar als „Jordaniens Messi“ bekannt ist. Kapitän Mahmoud Al-Mardi sorgt von der linken Seite regelmäßig für offensive Impulse, während Ali Olwan die Lücke im Sturmzentrum schließen soll.

Jordanien setzt auf eine kompakte Verteidigung, agiert aber deutlich mutiger, als man es von einem Außenseiter erwarten würde. Das Team von Jamal Sellami schaltet nach Ballgewinnen schnell um, sucht oft den direkten Weg nach vorne und greift mit langen Bällen sowie zweiten Bällen an. Vor allem über die Flügel entsteht Gefahr. Gleichzeitig zeigte sich die Abwehr in den letzten Testspielen nicht immer stabil und ließ insbesondere bei Standardsituationen und im Umschaltspiel Räume offen.

 

 

Ein Spiel mit richtungsweisender Bedeutung

Ivanschitz sieht den Schlüssel zum Erfolg in der Spielweise der Rangnick-Elf: „Österreich muss das Tempo hochhalten, darf sich vom passiven Spiel des Gegners nicht einlullen lassen“. Die Voraussetzungen dafür sind zweifellos gegeben. Keine andere Mannschaft setzte ihre Gegner in der europäischen WM-Qualifikation intensiver unter Druck als Österreich. Das aggressive Pressing und das schnelle Umschaltspiel sind längst zum Markenzeichen des Teams geworden.

Lediglich die Frage, wie Rangnick den Ausfall von Christoph Baumgartner kompensiert, bleibt offen. Als mögliche Lösung gilt Saša Kalajdžić, der laut Ivanschitz auf der Zehnerposition auflaufen könnte. Auch Carney Chukwuemeka von Borussia Dortmund wäre eine Option.

Der Start könnte bereits die Richtung für das gesamte Turnier vorgeben. Mit einem Sieg würde Österreich seine Chancen auf den Einzug in die K.-o.-Phase wahren und selbstbewusst in das Duell mit dem amtierenden Weltmeister Argentinien gehen.