Der Fall Partey: Schatten über Ghanas WM-Mission – Start mit Pflichtaufgabe
Es steht fest: Wenn Ghana in der Nacht zum Donnerstag (01.00 Uhr/MagentaTV) gegen Panama ins Turnier startet, sitzt Partey fast 1000 Kilometer weiter östlich im Teamquartier der Afrikaner auf US-Boden in Rhode Island fest. Und darf nicht spielen. Der Mittelfeldspieler wurde trotz des ausgestellten US-Visums von den kanadischen Behörden abgewiesen, weil er sich seit einiger Zeit vor einem Gericht in London wegen mutmaßlicher Vergewaltigung und sexueller Nötigung verantworten muss. Dies wird nun zu einer politischen Angelegenheit. Und wirft einen dunklen Schatten auf Ghanas WM-Mission.
Zum Match-Center: Ghana vs. Panama
Was der Weltverband mit dem Hinweis bestätigte, keinen Einfluss auf Visa-Angelegenheiten der WM-Gastgeberländer zu haben, zog in Ghana weite Kreise. "Die Entscheidung beruht offenbar auf einem im Vereinigten Königreich anhängigen Strafverfahren, das bislang weder zu einer Verurteilung noch zu einer gerichtlichen Feststellung der Schuld geführt hat", hieß es in einer Erklärung der ghanaischen Regierung.
Partey kehrt gegen England zurück
Man betreibe "aktive diplomatische Bemühungen" gegenüber kanadischen Vertretern und hoffe, die Entscheidung rückgängig machen zu können. Bislang ohne Erfolg. Der ghanaische Verband, der den Spieler trotz der im Raum stehenden Anschuldigungen in den WM-Kader berief, schweigt sich zu dem Thema beharrlich aus.
Partey, der für die Vorrunden-Duelle mit England in Foxborough (23. Juni) und Kroatien in Philadelphia (27. Juni) wieder zur Verfügung stehen wird, war vor einem Jahr von der britischen Staatsanwaltschaft wegen mutmaßlicher Vergewaltigung in fünf Fällen und eines sexuellen Übergriffs angeklagt worden, die mutmaßlichen Straftaten sollen sich 2021 und 2022 ereignet haben. Der Villareal-Profi bestreitet die Vorwürfe. Im Februar war er erneut wegen zweifacher Vergewaltigung angeklagt worden, woraufhin er wieder auf nicht schuldig plädierte.
Ghana hat bei der fünften WM-Teilnahme auch sportliche Probleme. In vier Testspielen gelang der Mannschaft um Manchester-City-Star Antoine Semenyo kein Sieg. Auch unter Trainerfuchs Carlos Quieroz, der im April als Nachfolger von Otto Addo sein zwölftes Traineramt bei einer Nationalmannschaft übernahm und in seine fünfte WM startet, gelang die Kehrtwende bislang nicht.