Arda Güler, verehrt wie Maradona, soll die Türkei bei der WM beflügeln

Arda Güler, verehrt wie Maradona, soll die Türkei bei der WM beflügeln

Schon als kleiner Junge spürte Arda Güler die Last der Verantwortung. Als Fenerbahce sich an den damals 13 Jahre alten Linksfuß aus Ankara wandte, erwachte in dem Talent nicht nur der Traum, einmal für seinen Lieblingsverein, die Gelben Kanarienvögel, zu spielen. "Ich kann nicht sagen, dass wir nur an Fußball dachten", erzählte er später, denn: "Wir brauchten Geld."

Der Profi von Real Madrid wuchs in ärmlichen Verhältnissen auf und hat seiner Familie inzwischen alle finanziellen Sorgen abgenommen. Dennoch lastet weiterhin eine enorme Verantwortung auf den schmalen Schultern des 175 Zentimeter großen türkischen Technikers.

Vor dem WM-Auftakt am Sonntag in Vancouver gegen Australien (6 Uhr/MagentaTV) verkörpert Güler die Hoffnungen der Türkei.

Match-Center: Australien gegen Türkei

Bereits bei der EM im Einsatz

Nationaltrainer Vincenzo Montella sagte einmal über seinen Star: "Arda wird in der Türkei verehrt. Ein bisschen wie Maradona in Neapel." Er fügte hinzu: "Er hat Talent, Intuition und ein gutes Spielverständnis. Er weiß, wann er das Tempo drosseln, wann er die Tiefe suchen muss, und wie man Tore schießt." Hinter der "unschuldigen Miene" verberge sich "viel Cleverness".

Diese außergewöhnliche Begabung verschaffte dem heute 21-jährigen Güler bereits einen Platz im Kader für die EM 2024. Bei seinem ersten Einsatz in der EURO traf er prompt als jüngster Spieler und unterbot damit den großen Cristiano Ronaldo.

Auch bei den Königlichen aus Madrid zeigt Güler nach einer gewissen Eingewöhnungszeit immer häufiger sein gesamtes Können. Zu den herausragenden Momenten der letzten Saison zählten ein Tor aus fast 70 Metern gegen Elche und ein Doppelpack im Viertelfinal-Rückspiel der Champions League gegen Bayern München.

Gemeinsam mit dem erfahrenen Kapitän Hakan Calhanoglu führt er nun die türkische Nationalmannschaft an. Diese ist nach dem Einzug ins Viertelfinale vor zwei Jahren mit großen Erwartungen zur dritten WM gestartet. "Es gibt nichts, was diese Mannschaft nicht schaffen kann", sagte Calhanoglu, der als gebürtiger Mannheimer früher in der Bundesliga für den Hamburger SV und Bayer Leverkusen spielte.