Vom FC Cosmos Koblenz zur WM: Oberligaspieler Josué Duverger
Auf der Bezirkssportanlage Schmitzers Wiese in Koblenz herrschte große Spannung. Einer aus unseren Reihen unter den Superstars? Die Spieler des Oberligisten FC Cosmos Koblenz konnten es zunächst kaum fassen. Doch für den Torhüter Josué Duverger wird dieser Traum nun Wirklichkeit. Bei der Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada trifft er auf Größen wie Neymar, Achraf Hakimi oder Vinícius Júnior, und seine Koblenzer Mitspieler fiebern begeistert mit.
"Manche von ihnen waren noch glücklicher und aufgeregter als ich", berichtete der Schlussmann der haitianischen Nationalmannschaft. Seine Teamkollegen aus der fünften Liga hätten jetzt "ebenfalls eine Geschichte zu erzählen: Ich spiele mit dem Typen, der zur Weltmeisterschaft fährt."
Duverger hat sich vorübergehend von der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und Gegnern wie dem FK Pirmasens, FV Engers 07 oder FV 1920 Dudenhofen verabschiedet. Nun warten auf ihn Weltnationen, Weltfußballer und die internationale Bühne. In der Nacht zum Sonntag um 3.00 Uhr MESZ (ARD und MagentaTV) bestreitet Haiti gegen Schottland seine erste WM-Endrunde seit 1974, und Duverger gehört zum Kader. Der Keeper wird als dritter Torwart geführt, in der Qualifikation kam er auf einen Einsatz. Die bloße Teilnahme sei jedoch "etwas unglaublich Besonderes", erklärte er mit leuchtenden Augen: "Teil dieses Teams zu sein, ist ein Privileg."
"Alles ist möglich" - der Glaube ans Wunder
Schließlich folgen nach dem Auftakt in der Gruppe C die absoluten Highlights gegen Rekordweltmeister Brasilien und Afrikameister Marokko. Damit stehen Begegnungen mit Spielern an, die Duverger sonst nur aus dem Fernsehen kennt. Und dies verdankt er dem FC Cosmos Koblenz, den der Torwart als seinen "momentan größten Glücksfall" bezeichnet. "In Deutschland, bei Cosmos" habe er den Weg zurück in die Nationalmannschaft gefunden.
Den karibischen Sand seiner krisengeschüttelten Heimat hat Duverger, der als Sohn haitianischer Eltern im kanadischen Montréal geboren wurde, zuletzt 2021 unter den Füßen gespürt. Dies war bevor das Land nach Naturkatastrophen in Leid und Korruption versank, bevor Banden und Gewalt das ärmste Volk des amerikanischen Kontinents immer häufiger heimsuchten.
Mit seinen Teamkollegen will Duverger nun zumindest für einige leichte Momente in schweren Zeiten sorgen: "Alles ist möglich. Wir haben schon Überraschungen erlebt, bei dieser Weltmeisterschaft wird es viele geben."
Eine Sensation ist auch Duvergers erklärtes Ziel. Er bringt eine ganz besondere Motivation mit ins Turnier: Er will seinen Ruf als "Elfmeterkiller" aufleben lassen. Duvergers größter Traum: In einem Elfmeterschießen gegen die Weltstars zum Helden werden. Und seine Mitspieler in Koblenz hätten dann die nächste gute Geschichte zu erzählen.