Sané entscheidet Spiel: DFB Elf besteht letzten Härtetest gegen WM Gastgeber USA

Sané entscheidet Spiel: DFB Elf besteht letzten Härtetest gegen WM Gastgeber USA

Kai Havertz bescherte der DFB Auswahl mit seinem Treffer nach 100 Sekunden einen Blitzstart. Die USA kamen durch ein Traumtor von Antonee Robinson in der 37. Minute zurück. Leroy Sané, der anstelle von Karl spielte, machte in der 57. Minute den neunten Sieg in Folge perfekt. Mit einer so langen Serie ist noch nie eine deutsche Mannschaft in eine Weltmeisterschaft gestartet.

Zum Match Center: USA gegen Deutschland

Havertz sagte bei RTL: "Wir haben insgesamt ein ordentliches Spiel gezeigt und sind in guter Verfassung." Er fügte hinzu: "Wir sind auf jeden einzelnen angewiesen, brauchen die Begeisterung und das Selbstvertrauen und gehen mit breiter Brust in die erste Partie."

63.636 Zuschauer im ausverkauften Soldier Field erlebten einen echten Härtetest, auch was das Wetter betraf. Beim Anpfiff um 13.30 Uhr Ortszeit war es schwülwarm und es regnete. Bundestrainer Nagelsmann sagte: "Das ist ein guter Einstieg in die klimatischen Verhältnisse."

Obwohl Chicago kein Turnierort ist, fühlte es sich "schon ein wenig nach WM an", auch wegen der typisch amerikanischen Show inklusive einem leicht verspäteten Fliegergeschwader über dem Stadion.

Auf dem Platz standen vier Personalien im Fokus: Oliver Baumann vertrat im Tor erneut Rückkehrer Manuel Neuer, der noch nicht voll belastbar ist. Auf der Position des Linksverteidigers hat Nathaniel Brown seinem Konkurrenten David Raum offenbar den Rang abgelaufen. Auf der Doppelsechs hat Felix Nmecha den Platz neben Aleksandar Pavlovic erobert. Und Sané ist rechts vorne der Ersatz für Karl.

Deutsche Mannschaft wackelt bei Sonne

DFB Präsident Bernd Neuendorf erhoffte sich nach dessen Ausfall eine "Trotzreaktion", Sportdirektor Rudi Völler hoffte, "dass wir noch mehr Sympathiepunkte sammeln. Die Spieler müssen einfach brennen." Das taten sie. Havertz, der nach dem Champions League Finale verspätet zur Mannschaft gestoßen war, traf nach einer Freistoßflanke von Joshua Kimmich per Kopf.

Nur vier Minuten später fiel das vermeintliche 2 zu 0 durch Havertz, doch der Ball war bei Sanés Flanke zuvor im Toraus gewesen. Dann kam die Sonne zurück, das DFB Feuer glimmte aber nur noch und immer wieder brannte es im deutschen Strafraum.

Größter Hingucker blieb einstweilen der Trikotwechsel von Nagelsmann, bis Robinson zuschlug. Nachdem Jonathan Tah eine Ecke in die Mitte geklärt hatte, hämmerte der Amerikaner den Ball aus 18 Metern volley unter die Latte. Angetrieben von Christian Pulisic wurden die Gastgeber immer stärker. Tah verhinderte in der 44. Minute gegen den Ex Dortmunder das 1 zu 2.

RTL Experte Lothar Matthäus zeigte sich gnädig: "Zeitumstellung, Witterung. Nach drei, vier Tagen ist es nicht möglich, in den Rhythmus zu kommen." Er monierte aber "zu viele Fehler im Aufbau." Der bis dahin nicht überzeugende Sané leitete immerhin einmal eine Chance ein, die Nmecha in der 49. Minute vergab. Sein Freistoß in der 54. Minute ging über das Tor. "Passt zu seinem Spiel," sagte Matthäus streng, "aber vielleicht kommt er noch."

Und er kam und trat den Ball nach Vorbereitung von Jamal Musiala und Havertz ins linke Toreck. Die letzte halbe Stunde nutzte Nagelsmann, um weitere Alternativen zu testen, unter anderem Waldemar Anton rechts hinten für Kimmich.

Das Spiel verflachte zusehends, und die USA waren kaum mehr in der Lage, die deutsche Mannschaft in Verlegenheit zu stürzen. Der eingewechselte Jamie Leweling vergab in der 73. Minute nach einem feinen Pass von Musiala, der sich im Verlauf der Partie steigerte, eine weitere Gelegenheit. Baumann verhinderte in der 87. Minute mit einer Flugparade den Ausgleich, ehe Nico Schlotterbeck in einer hitzigen Nachspielzeit noch eine Rudelbildung provozierte.