Norwegens Coach Solbakken verärgert über Schottlands Trainer Clarke nach geplatzter Testpartie

Norwegens Coach Solbakken verärgert über Schottlands Trainer Clarke nach geplatzter Testpartie

Die geplante Partie ohne Zuschauer, die im schottischen Trainingslager in Charlotte ausgetragen werden sollte, hatte vor allem das Ziel, den Ersatzspielern beider Mannschaften vor der bevorstehenden Weltmeisterschaft wertvolle Spielminuten zu verschaffen. Allerdings bekam Norwegen, das am Sonntag in New Jersey ein 1:1 Unentschieden gegen Marokko, den WM Gruppengegner Schottlands, erzielt hatte, stattdessen die Mitteilung, dass die Schotten wegen Verletzungsproblemen nicht antreten könnten.

Die äußerst knappe Absage verärgerte Solbakken sehr. Dem norwegischen Rundfunk NRK gegenüber ließ er seinem Frust freien Lauf: "Das hat mich wirklich überrascht und ist von Schottland einfach unprofessionell. Es ist schwach vom Trainer, dass er mich nicht einmal persönlich angerufen hat, sondern stattdessen den Teammanager geschickt hat, und das auch noch direkt nach unserem gestrigen Training."

„Enttäuschend und unprofessionell“

Solbakken stellt zudem die offiziellen Begründungen infrage: „Ich bezweifle stark, dass die erwähnten Verletzungen erst im letzten Training aufgetreten sind. So funktioniert das einfach nicht. Es ist enttäuschend und unprofessionell, aber wir müssen wohl damit klarkommen. Deshalb haben wir heute im Spiel auch etwas umgestellt.

Die Absage der Schotten erreichte das norwegische Team am Sonntagmorgen um 02:00 Uhr MEZ. Auch Arsenal Star und Kapitän der norwegischen Nationalmannschaft Martin Ødegaard, der gegen Marokko den Ausgleich erzielt hatte, reagierte frustriert: "Das ist natürlich verrückt. Wir hätten am nächsten Tag gerne gespielt, damit alle Spielzeit bekommen. Aber so ist das Leben, wir können uns nicht beschweren und müssen stattdessen nach Lösungen suchen."

Gebrochene Gentlemen's Agreements

Wenig beeindruckt zeigte sich auch der norwegische Betreuer Brede Hangeland, der klare Worte für das schottische Verhalten fand: „Wir haben monatelang an diesem Spiel gearbeitet. Es ist peinlich, so etwas nur wenige Tage vorher abzusagen. Wir können es zwar nicht ändern und müssen das Beste daraus machen, aber es gab im Vorfeld enorm viel Organisation, Absprachen und Gentlemen's Agreements, doch dann ziehen sie plötzlich zurück. Das finde ich schwach.

Für beide Mannschaften beginnt nun die Schlussphase der WM Vorbereitung: Schottland startet am 14. Juni gegen Haiti in das Turnier, während Norwegen am 17. Juni sein erstes Gruppenspiel gegen den Irak bestreitet.