Nach Saudi-Rückzug von der LIV-Tour: Platzt die "Sportswashing"-Blase doch?

Nach Saudi-Rückzug von der LIV-Tour: Platzt die "Sportswashing"-Blase doch?

Spieler im besten Alter für große Erfolge lockten Fantasiegehälter in die sportliche Wüste, genau wie jene, die vor allem von ihrem Ruf und einem starken Markennamen zehren.

Boxlegenden kassierten für Duelle in Riad oder Jeddah irrsinnige Summen, Formel 1 nimmt jährlich dankbar einen der fettesten Startprämien an. Und Top-Golfer, die kaum mit Altersarmut rechnen müssen, haben durch den Einstieg in eine brandneue Turnierserie ihre Einnahmen weiter angehoben.

Geteilte Golf-Szene als Vermächtnis

Die Auswirkungen blieben nicht aus: Ein Land tauchte plötzlich jenseits von Öl und Menschenrechtsfragen auf der Weltkarte auf. Damit ist ein zentrales Ziel schon umgesetzt.

Ein erster Finanzhahn wird nun abgedreht, der saudi-arabische Staatsfonds PIF fließt nicht länger mit Milliarden in die LIV-Golfserie, die eine altehrwürdige Sportart in zwei Lager zerrissen hat. Und die nun wieder zusammenwachsen müssen.

Andere Sportarten, die im Schatten des Fußballs stehen, sollten jetzt hellhörig werden, denn Saudi-Arabien existiert inmitten des Iran-Konflikts nicht im Vakuum.

Es läge nicht fern, dass die Sportpläne des Königreichs künftig auf Großveranstaltungen setzen: Die Fußball-WM 2034 hat das Land sich mit enormem Einsatz gesichert, Olympia wartet noch. Daneben verblassen einzelne Turniere, Kämpfe oder Rennen.

Es ist gut möglich, dass in ein paar Jahren Sportler Saudi-Arabien mit anderen Augen sehen: Hat sich der finanzielle Aufwand gelohnt?