Nach einem 'unwirklichen' WM-Debüt: Irankunda setzt seinen Höhenflug fort
Der agile Außenstürmer erzielte im kanadischen Vancouver in der 27. Minute das Führungstor für die „Socceroos“, die als Außenseiter galten. Nach der Pause sorgte Connor Metcalfe mit dem 2:0 für die Entscheidung.
Zum Match-Center: Australien gegen Türkei
Die australische Mannschaft präsentierte sich mutig und abgeklärt. Teamchef Tony Popovic hatte vor dem Spiel für Aufsehen gesorgt, indem er eine sehr gewagte Anfangsformation aufbot: Der routinierte Kapitän und Stammkeeper Mathew Ryan saß nur auf der Ersatzbank, stattdessen gab Patrick Beach sein Debüt im Tor.
Torjubel mit Hommage an Cahill
Auch Vizekapitän Jackson Irvine begann zunächst auf der Bank. Ein gewagtes Manöver, das sich letztlich auszahlte: Mit dem verdienten Sieg startete Australien perfekt in die Gruppe D. Am kommenden Freitag geht es in Seattle gegen den Co-Gastgeber USA.
Die USA sind nun gewarnt, insbesondere vor Irankunda, der sich gegen die türkische Abwehr immer wieder behauptete und vor dem Tor eiskalt war. Sein Tor feierte er typisch: Er lief zur Eckfahne und tat so, als wäre er ein Boxer, eine Hommage an den legendären Torjubel des ehemaligen australischen Kapitäns Tim Cahill.
"Es fühlt sich surreal an", sagte Irankunda, der nach seinem Engagement beim FC Bayern München nun für den englischen Zweitligisten Watford spielt, im australischen Fernsehen. "Ein Kindheitstraum geht in Erfüllung. Wir haben hart für diesen Sieg gekämpft, bis zur letzten Minute alles gegeben und wurden dafür belohnt. Dieser Moment ist etwas ganz Besonderes."
Irankunda: "Wer erzielte schließlich die Treffer?"
Die Australier und besonders Irankunda, der bei Bayern München nie den Sprung in den Profikader schaffte, zogen zusätzliche Motivation aus den spöttischen Bemerkungen des Gegners vor dem Spiel. Die Türken hatten vorab prahlerisch erklärt, sie hätten weit mehr Qualität und Talent im Team. Eine Behauptung, die die Australier auf dem Feld eindrucksvoll widerlegten.
"Wir können es absolut nicht ausstehen, wenn so über uns gesprochen wird. Wir sind eine hervorragende Mannschaft", betonte Irankunda, der in einem Flüchtlingslager in Tansania aufgewachsen ist und später die australische Staatsbürgerschaft erhielt. "Viele unterschätzen uns, aber heute haben wir bewiesen, dass wir sehr guten Fußball spielen können. Die Türkei hatte vielleicht mehr Ballbesitz, aber wer hat letztlich die Tore erzielt?"