Nach 1:5 Debakel gegen Schweden: Tunesien Trainer Lamouchi gibt sich kämpferisch

Nach 1:5 Debakel gegen Schweden: Tunesien Trainer Lamouchi gibt sich kämpferisch

Im mexikanischen Monterrey ließen die Schweden den Nordafrikanern in Gruppe F keine Chance. Ausgerechnet Yasin Ayari, dessen Vater tunesische Wurzeln hat, eröffnete den Torreigen im Stadion von Monterrey mit einem sehenswerten Weitschuss. Kurz darauf legte Alexander Isak nach einer starken Drehung und guter Vorarbeit von Sturmpartner Viktor Gyökeres nach und erhöhte auf 2:0.

Zum Match Center: Schweden gegen Tunesien

Die Tunesier hofften kurzzeitig auf eine Wende, als Omar Rekik eine präzise Flanke von Hannibal Mejbri per Kopf verwertete und damit sein erstes Länderspieltor erzielte. Aber der zweite Durchgang gehörte klar den Skandinaviern: Isak und Arsenal Stürmer Gyökeres erhöhten schnell auf 4:1. Der kurz zuvor eingewechselte Mattias Svanberg und erneut Ayari sorgten für den klaren Kantersieg.

Nach dem Abpfiff zeigte sich Lamouchi sehr enttäuscht und gab offen zu, dass sein Team durch zu viele Unkonzentriertheiten den Erfolg verschenkt hatte: "Diese Niederlage ist schwierig und schmerzhaft. Mit so einem Ergebnis in ein Turnier zu starten ist extrem hart", sagte er zu FIFA.com. "Gegen Spieler von Weltklasse wie das schwedische Sturmduo kann man sich nicht leicht erholen, wenn man so viele Fehler macht. Aber wir haben unseren Stolz. Wir müssen jetzt reagieren und ein anderes Gesicht zeigen."

Auf der anderen Seite zeigte sich Schwedens Trainer Graham Potter sehr zufrieden, warnte aber auch: "Individuell sind Isak und Gyökeres absolute Top Spieler. Man merkt, dass sie immer besser zusammenarbeiten und sich perfekt ergänzen. Ich freue mich sehr für die Jungs." Potter fügte hinzu: "Perfekt waren wir heute nicht, aber wir hatten das Spiel von Beginn an gut im Griff."

Tunesien vor Herkulesaufgabe

Für Tunesien ist es bereits die siebte WM Teilnahme (nach 1978, 1998, 2002, 2006, 2018 und 2022). Ein Einzug in die K.o. Runde blieb den "Adlern von Karthago" bislang verwehrt, obwohl sie einen festen Platz in den Geschichtsbüchern haben: 1978 gewannen sie als erste afrikanische und arabische Nation ein WM Spiel. Unvergessen ist auch ihr Auftritt bei der WM 2022 in Katar, als sie nach einem Remis gegen Dänemark und einer knappen Niederlage gegen Australien den amtierenden Weltmeister Frankreich sensationell mit 1:0 schlugen – auch wenn es damals wegen der Tordifferenz knapp nicht fürs Achtelfinale reichte.

Um dieses historische Ziel diesmal zu erreichen, steht Tunesien in den verbleibenden Gruppenspielen unter Druck. Die nächste Chance zur Wiedergutmachung bietet sich am 21. Juni gegen Japan, bevor am 25. Juni das schwere finale Gruppenspiel gegen die Niederlande ansteht.