Klein doch stark: Ortsverein Elversberg zielt auf Aufstieg und Meilenstein ab
Im Rathaus von Spiesen-Elversberg gibt es keinen Balkon für eine mögliche Aufstiegsfeier. In der Gemeinde mit 12800 Bewohnern sind die Verantwortlichen jedoch einfallsreich, ähnlich wie beim Aufstieg aus der Regionalliga in die zweite Liga wird wohl wieder schnell auf dem bescheidenen Platz vor dem Gebäude ein Festgerüst für die Fußballstars errichtet. Mit dem Ansturm auf die Bundesliga könnte die SV Elversberg den Höhepunkt ihrer unglaublichen Entwicklung feiern und gleichzeitig einen historischen Moment schaffen.
"Wir stehen nun vor dem entscheidenden Duell"
Die Ortschaft im Landkreis Neunkirchen würde zur kleinsten Stadt in der Geschichte der deutschen Spitzenliga werden und die 22000 Einwohner zählende Gemeinde Unterhaching überholen. Dafür müssen die Spieler aus dem Saarland in einem spannenden Rennen gegen die gleichauf liegenden Verfolger Hannover 96 und SC Paderborn siegen. Dank des um sechs Tore besseren Torverhältnisses zu Hannover und sogar um zehn zu Paderborn sollte ein Heimsieg ausreichen.
Zum Saisonabschluss trifft am Sonntag (1530 Uhr/Sky) zudem der bereits abgestiegene SC Preußen Münster als scheinbar leichter Gegner auf der Kaiserlinde ein. "Wir dürfen uns freuen. Der 34. Spieltag ist da, und wir haben den zweiten Platz zu Recht", betonte Trainer Vincent Wagner: "Wir haben nun ein entscheidendes Spiel und den Vorteil des Heimspiels." Trotz des Fehlschlags in der vergangenen Woche bleibe er "sehr zuversichtlich, dass wir es packen".
Die 1:3 Pleite beim Abstiegskämpfer Fortuna Düsseldorf war jedoch ein Alarmsignal. "Das war bei Weitem unser schwächstes Match in dieser Saison", kritisierte Kapitän Lukas Pinckert: "Wir müssen uns vorwerfen, dass wir nicht so angespannt antreten dürfen, mir fehlte das freie, selbstbewusste Spiel, das typisch für unser Elversberg ist." Der "volle Druck lastet nun auf uns", fügte Amara Condé hinzu: "Wir haben keine Option mehr, wir müssen zu Hause triumphieren."
"Zu Hause machen wir es jetzt perfekt"
Nach 33 Jahren könnte das Saarland erneut in der Bundesliga präsent sein, zuletzt war der 1. FC Saarbrücken in der Saison 1992/93 in der Oberliga. Für den Verein aus dem Dorf Elversberg, der regelmäßig seine Topspieler sowie erfolgreiche Trainer und Manager verliert, wäre das ein echtes Wunder. Die vom Pharmaunternehmen Ursapharm des Unternehmers Frank Holzer unterstützten Saarländer entdecken ein ums andere Mal neue Ressourcen, um im Profibereich Fuß zu fassen.
Und darüber hinaus sogar die Ligen zu beeinflussen. Es wäre der dritte Aufstieg innerhalb von fünf Jahren. Die SVE, die im Vorjahr in den Playoffs um den Aufstieg knapp scheiterte, lag in der 2. Bundesliga bei 24 von 33 Spieltagen unter den Top drei und sogar 13 Mal direkt auf einem Aufstiegsplatz. "Über 33 Spieltage haben wir bewiesen, welchen Fußball wir spielen können", erklärte Tom Zimmerschied und ergänzte kämpferisch: "Zu Hause schließen wir das nun ab."
Auf diese Weise kann vor dem Rathaus wieder ausgelassen gefeiert werden.