Kann Schmidt noch mal zaubern? Drei Trainer ringen um den Abstiegskampf
Frank Schmidt träumt nun von einem echten Sensationserfolg. "Der Verbleib in der Liga", meinte der Coach vom 1. FC Heidenheim, "würde ein echtes Wunder bedeuten. Doch was wäre der Mensch, wenn er nicht daran glauben würde?" Am Samstag klärt sich, ob die Heidenheimer es doch noch in die Relegation schaffen und etwas erreichen, das vor Kurzem niemand mehr für möglich hielt. "Ich bin gläubig", sagte Schmidt und hofft, dass mit göttlicher Unterstützung sein letztes Jahr beim FCH ein Erfolg in der Bundesliga wird.
Vor ein paar Wochen hatte der 52-Jährige bereits verkündet, dass die kommende Saison seine Abschiedsrunde als Trainer des Vereins sein werde. Er wolle "in meinem 20. und finalen Vertragsjahr etwas Positives erreichen, egal was das genau ist". Plötzlich ist für den FCH in einem spannungsgeladenen Rennen mit FC St. Pauli und VfL Wolfsburg alles wieder drin.
Abstieg schien unausweichlich
Vor Kurzem sah es so aus, als wäre der Abstieg besiegelt: 14 Spiele lang hingen Schmidts Heidenheimer am Tabellenende, zeitweise mit zehn Punkten Rückstand auf Platz 16. Der Trainer sprach kaum noch von Rettung, aber dann holten die Heidenheimer Punkte und Wolfsburg sowie St. Pauli stolperten.
Genau diese beiden Teams spielen am Samstag (15.30 Uhr, Sky) direkt gegeneinander. Der erfahrene Dieter Hecking kam nach Wolfsburg als Retter in letzter Not. Nach den Misserfolgen mit Paul Simonis und Daniel Bauer hatte Hecking einen klaren Job: Den Liga-Verbleib sichern, koste es, was es wolle. Sein Vertrag endet mit der Saison, doch Berichte deuten an, dass die Wolfsburger Bosse eine Fortsetzung in anderer Rolle prüfen. Als potenzieller Trainer-Nachfolger kursiert der Name Alexander Blessin.
Zum Match-Center: FC St. Pauli vs. VfL Wolfsburg
Drama pur am Tabellenende
Dieser Blessin hat bei St. Pauli noch einen Vertrag bis 2027 und könnte Heckings Wolfsburger in die Zweitliga befördern. Die Spannung ist kaum zu toppen: Beide Mannschaften starten gleichauf in den finalen Spieltag, nur die Tordifferenz favorisiert derzeit Wolfsburg. Gleichzeitig nimmt Heidenheim den schon geretteten FSV Mainz 05 auf. Bei einem Remis zwischen St. Pauli und Wolfsburg sowie einem Heidenheimer Sieg würde Schmidts Team plötzlich den Relegationsplatz ergattern.
Blessin weiß, dass selbst ein Sieg nicht immer reicht. Nach der engen 1:2-Pleite bei RB Leipzig blieb er zuversichtlich: "Das erste, was wir im Teamkreis besprochen haben, war: Mit dieser Darbietung können wir auch gegen Wolfsburg punkten." Erstmals in der Ligageschichte gehen die Plätze 16, 17 und 18 mit identischer Punktzahl in die entscheidende Runde.
Maßgeblich zählen die Nerven, die Form des Tages und eventuell die Gebete, die Schmidt gen Himmel sendet.