Italien: Verdacht auf Betrug bei Schiedsrichter-Koordinator

Italien: Verdacht auf Betrug bei Schiedsrichter-Koordinator

Laut den laufenden Untersuchungen soll Rocchi Druck auf Schiedsrichter ausgeübt und auf Entscheidungen des VAR Einfluss genommen haben. Hinzu kommt der Vorwurf, dass er bei der Auswahl von Schiris für Spiele solche wählte, die Inter Mailand positiv gegenüberstanden, wie die Gazzetta dello Sport meldet. Besonders im Blick sind etliche Begegnungen aus der laufenden Saison 2025/2026.

Rocchi (52) weist alle Vorwürfe entschieden zurück und versichert, immer einwandfrei gearbeitet zu haben. Seine freiwillige Pause diene allein dazu, die Ermittlungen nicht zu behindern. Seit 2021 fungiert er als Koordinator für Schiedsrichter in der Serie A und Serie B.

Ähnlichkeiten mit Juventus-Fall

Auch die Sportjustiz in Italien nimmt sich des Falls an. Die Staatsanwaltschaft des Verbands FIGC hat die Unterlagen aus Mailand angefordert. Sportminister Andrea Abodi droht mit harten Sanktionen, falls die Anschuldigungen sich als wahr erweisen.

Der Skandal ruft den Fall "Calciopoli" in Erinnerung, der 2006 damit endete, dass der Traditionsklub Juventus Turin in die Serie B abstieg. Der Verein war in den Manipulationsskandal verstrickt, bei dem die Vergabe von Schiedsrichtern beeinflusst wurde. Nach dem Urteil vom 14. Juli 2006 wurde Juventus nicht nur in die zweite Liga geworfen, sondern verlor auch die Meisterschaften aus den Saisons 2004/05 und 2005/06. So spielte Juventus in der Spielzeit 2006/07 in der Serie B. Nach nur einer Saison in der Unterliga gelang dem Klub der direkte Rückkehr in die Serie A.