"Ich wollte nicht mehr leiden!" – Lisandro Martínez stand kurz vor dem Rücktritt

"Ich wollte nicht mehr leiden!" – Lisandro Martínez stand kurz vor dem Rücktritt

Nach einem dramatischen Kampf gegen Kap Verde steht Argentinien im Achtelfinale der WM. Das erlösende Tor in der Verlängerung erzielte Cristian Romero, der sein Team damit vor dem riskanten Elfmeterschießen bewahrte. Zum gefeierten Helden des Abends wurde jedoch Martínez: Mit einem Tor und einer Vorlage war er maßgeblich am Erfolg beteiligt. Nach dem Schlusspfiff brachen bei dem 28-Jährigen alle Dämme – auf dem Platz flossen Tränen der Erleichterung.

Zum Match-Center: Argentinien vs. Kap Verde

Im anschließenden Interview sprach der Star von Manchester United offen über den emotionalen Ausbruch und blickte auf die wohl schwerste Phase seines Lebens zurück. Nach einem Kreuzbandriss im vergangenen Jahr stand er kurz davor, die Fußballschuhe endgültig an den Nagel zu hängen. "Wenn ich an all das denke, was ich wegen dieser Verletzung durchmachen musste, kommen mir sofort die Tränen", gestand er gegenüber dem Sender TyC. "Ich habe damals wirklich ernsthaft über einen Rücktritt nachgedacht. Ich wollte einfach nicht mehr leiden. Ich war am Boden."

Den Wendepunkt brachte schließlich die Geburt seiner Tochter, die dem Abwehrspieler neuen Lebensmut schenkte. "Ich habe miterlebt, wie meine Frau unsere Tochter zur Welt gebracht hat und welche enorme Kraft sie dabei aufbringen musste. In diesem Moment sagte ich mir: Wie kann ich da einfach aufgeben und nicht weiterkämpfen?"

Nun geht der Blick nach vorne: Im Achtelfinale trifft Argentinien auf Ägypten, das sich im Elfmeterschießen gegen Australien durchsetzen konnte. Martínez wird dann wieder in der Startelf stehen – ein Privileg, das er nach seiner schweren Verletzung heute umso mehr zu schätzen weiß.