"Geschichte geschrieben": "König" Salah verzaubert Ägypten – Gruppensieg möglich
"Ich habe einfach schon viel erreicht", sagte Salah. Gänzlich kalt ließ ihn das historische 3:1 (0:1) gegen Außenseiter Neuseeland am zweiten Spieltag der WM-Gruppenphase aber nicht. "Wir haben heute Geschichte geschrieben", erklärte der 34-Jährige: "Man sieht viele Mannschaften Spiele gewinnen, aber für uns kommt das nicht sehr oft vor."
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33.628 Tage mussten die Ägypter seit ihrer ersten WM-Teilnahme im Jahr 1934 auf dieses Gefühl warten. Erst im neunten Anlauf gelang den "Pharaonen" der ersehnte Sieg. Auch dank Salah, der nach dem zwischenzeitlichen Rückstand zur Führung (67.) traf. Mostafa Ziko (58.) hatte Neuseelands Treffer durch Finn Surman (15.) zunächst ausgeglichen, Trezeguet (82.) beseitigte die letzten Zweifel am Sieg - Salah legte auf.
Salahs neue Position entscheidend
Ein Tor, eine Vorlage: Der Ausnahmekönner machte damit auch die Gerüchte der vergangenen Woche vorerst vergessen. In der Heimat war nach Salahs Auswechslung beim 1:1 zum Auftakt gegen Belgien über eine mögliche Missstimmung des Stars spekuliert worden. Trainer Hossam Hassan hatte die Spekulationen anschließend entschieden zurückgewiesen. Salah, so der Coach, sei ein "großartiger Spieler, der seinen Mannschaftskameraden hilft, sehr diszipliniert ist und ein Vorbild darstellt." Auch nach dem Erfolg von Vancouver lobte Hassan seinen Kapitän für dessen "harte Arbeit", aber auch sich selbst.
Er sei "vielleicht der erste Trainer", der Salah "auf einer Position spielen lässt, die seiner Gefährlichkeit entspricht, die zu seinen Fähigkeiten und Qualitäten passt", sagte der frühere Nationalspieler selbstbewusst: "Wir haben an so vielen Dingen gearbeitet, und ich bin sicher, dass wir noch mehr von ihm sehen werden."
Mit seinem 68. Länderspieltor im 118. Einsatz liegt Salah nur noch einen Treffer hinter der nationalen Bestmarke, und die hält ausgerechnet Trainer Hassan. Der Rekord könnte schon im nächsten Spiel fallen - oder in der K.o.-Runde?
Mit nun vier Punkten ist Ägypten ein Platz im Sechzehntelfinale kaum mehr zu nehmen. "Wir sind jetzt Gruppenerster", sagte Salah, der nach seinem Abschied vom FC Liverpool noch ohne neuen Klub ist: "Aber das nächste Spiel ist sehr wichtig." Gegen den Iran am kommenden Freitag (Ortszeit) in Seattle können sich die Ägypter mit einem erneuten Erfolg noch den Gruppensieg sichern.