Frauen Champions League: Barcelona und Lyon kämpfen in Oslo um den europäischen Titel
Das Spiel im Ullevaal-Stadion in Oslo, das Platz für 28.000 Zuschauer bietet, bringt laut Nadine Kessler, UEFA-Direktorin für Frauenfußball, "die wahrscheinlich zwei besten Teams aller Zeiten" zusammen. Lyon führt mit acht Titeln in diesem Wettbewerb und hat damit doppelt so viele wie der zweiterfolgreichste Verein, Eintracht Frankfurt.
Match-Center: FC Barcelona vs. Olympique Lyon
Barcelona hat bisher dreimal gewonnen und erreichte zum sechsten Mal in Folge – sowie zum siebten Mal in den letzten acht Jahren – das Finale. Dies ist bereits das vierte Aufeinandertreffen dieser Teams im Endspiel: Nach Lyon-Siegen 2019 und 2022 setzte sich Barcelona 2024 durch. Im Vorjahr sicherte sich jedoch Arsenal den Titel, nachdem sie im Finale gegen Barcelona gewannen und zuvor Lyon im Halbfinale besiegt hatten.
Lyon, nun unter der Leitung des ehemaligen Barcelona-Trainers Jonatan Giraldez, revanchierte sich in dieser Saison im Halbfinale gegen Arsenal – die "Gunners" hatten sie bereits in der Gruppenphase geschlagen. Für Giraldez war es ein erfolgreiches erstes Jahr als Cheftrainer: Der Klub steht kurz vor der französischen Meisterschaft und hat bereits den Pokal sowie den Ligapokal gewonnen. Die Champions League wäre der krönende Abschluss für das Team von Besitzerin Michele Kang, das im letzten Jahr in OL Lyonnais umbenannt wurde.
Bei Lyon spielen neue Stars wie Haitis Melchie Dumornay, die deutsche Nationalspielerin Jule Brand und die US-Amerikanerin Lindsey Horan, aber auch erfahrene Spielerinnen wie Wendie Renard und Ada Hegerberg sind weiterhin Teil des Teams.
Hegerberg, Gewinnerin des Ballon d'Or 2018, spielt seit über zehn Jahren für Lyon und ist Rekordtorschützin der Women's Champions League. Das Finale am Samstag bedeutet für sie eine emotionale Rückkehr in ihre Heimat. "Es gibt mir Gänsehaut, wenn ich daran denke", sagte sie vor dem Spiel gegenüber französischen Medien.
Bonmatí rechtzeitig zurück
Die spanischen Meisterinnen und Pokalsiegerinnen starteten ihre Europapokal-Saison mit einem klaren Sieg gegen Bayern München und setzten sich auch im Halbfinale erneut gegen die Münchnerinnen durch.
Aitana Bonmatí, die in den letzten drei Jahren den Ballon d'Or gewann, feierte nach einer Verletzung ihr Comeback. Ob sie von Anfang an spielt oder zunächst auf der Bank sitzt, bleibt abzuwarten. "Es waren fünf schwierige, aber auch lehrreiche Monate", sagte Bonmatí über ihre Genesungszeit.
Alexia Putellas, Bonmatís Teamkollegin und frühere Weltfußballerin, steht am Saisonende ohne Vertrag da – ihre Zukunft beim Verein ist ungewiss.
Bei anderen Schlüsselspielerinnen und Trainer Pere Romeu deutet sich ebenfalls Veränderung an, doch aktuell konzentriert sich Barcelona voll auf den nächsten internationalen Erfolg.
Dies ist die erste Saison mit dem neuen Modus in der Women's Champions League: Die Gruppenphase mit 18 Teams orientiert sich am Format der Männer. Lyon und Barcelona dominierten die Gruppenphase – beide holten fünf Siege und ein Unentschieden aus sechs Spielen.
"Kein Team hat den europäischen Frauenfußball in den letzten Jahren so geprägt wie Barcelona", betonte Kessler und fügte hinzu, dass die Katalaninnen die einzigen waren, die langfristig mit Lyon mithalten konnten.