"Einfach Mist": Rotkartenflut ärgert den HSV, Unruhen beim Nordderby
"Ständig in der Minderzahl zu spielen verbraucht Kraft, das ist einfach Mist", meinte Remberg. HSV Trainer Merlin Polzin äußerte sich zurückhaltender: "Wir spielen fair, doch als Neuling hilft es nicht, wenn wir oft mit weniger Mann auf dem Platz stehen".
Der Klassenerhalt bedroht?
Der Verein mit bisher sieben Siegen in der Saison hat mit fünf Gelb Rot Karten und drei direkten Roten die meisten Vergehen vorzuweisen, acht Platzverweise nach 30 Partien setzen die Liga Rekorde. In den turbulenten Schlussphasen im Weserstadion erhielten auch Physiotherapeut Tim Roussis und Co Trainer Loic Fave noch Karten.
Fünf Punkte Abstand zum Abstiegsplatz bleiben, aber nur ein Erfolg in den letzten neun Begegnungen sorgt für Besorgnis. Das kommende Programm mit Spielen gegen Hoffenheim, Frankfurt, Freiburg und Leverkusen wird herausfordernd. "Zusammenhalt zu zeigen ist jetzt besonders wichtig", betonte Remberg.
Zuschauer verursachen Chaos nach Abpfiff
Nach dem intensiven Nordderby kam es zu Störungen. Aus dem Auswärtsbereich segelte Pyrotechnik nach dem Endpfiff in die Ostkurve der Heimmannschaft. HSV Fans zündeten Objekte an und warfen sie in benachbarte Bereiche. Die Feuerwehr löschte einen Brand, während die Polizei den Gästebereich räumte, was zu Auseinandersetzungen führte.
Die Behörden in Bremen teilten spätabends in einer Mitteilung mit: "Im Auswärtsbereich des Stadions entstand nach dem Match ein Feuer in den Sanitärbereichen. Bei der Intervention von Feuerwehr und Polizei griffen Fans der Auswärtsmannschaft die Beamten an, ohne dass bislang Verletzte unter den Polizisten bekannt sind", hieß es.
"Bei Überschreitungen solcher Grenzen hat das nichts auf dem Rasen zu suchen. Die Gefahr für Verletzungen war hoch. Ich sah, wie Dinge in unserer Nähe einschlugen", sagte Werder Trainer Daniel Thioune auf der Pressekonferenz. HSV Trainer Merlin Polzin kommentierte, dass man das "auf keinen Fall billigen kann, mir fehlen aber noch die Aufnahmen zur Beurteilung. Ich hoffe, dass allen geholfen werden konnte". Bremens Sprecher Christoph Pieper sprach von "Schäden an Sachen", während "Verletzungen an Personen bisher nicht gemeldet sind, also verlief es noch erträglich".