Eine "unschätzbare" Chance: Cannavaro, Weltmeister von 2006, kehrt auf die WM Bühne zurück
Knapp ein Jahr vor der WM in den USA, Mexiko und Kanada kontaktierte der usbekische Verband Cannavaro. Man bat ihn, mit seiner Erfahrung die "Weißen Wölfe" auf ihr erstes WM Turnier vorzubereiten. So kehrt Cannavaro zwei Jahrzehnte nach seinem eigenen Pokaltriumph mit dem Underdog am Donnerstag (4.00 Uhr MESZ/MagentaTV) gegen Kolumbien auf die ganz große Fußballbühne zurück.
Zum Match-Center: Usbekistan vs. Kolumbien
Es wirkt fast surreal. Während der ehemalige Serie A Spieler mit dem unbekannten WM Debütanten unter anderem auf Superstar Cristiano Ronaldo trifft, müssen seine italienischen Landsleute nach der verpassten Qualifikation erneut zusehen.
Abwehrspieler Khusanov von City ragt heraus
Dass er nach 2006 wieder den Pokal hochhebt, ist äußerst unwahrscheinlich. Sein Team könne aber den einen oder anderen "überraschen", sagte Cannavaro. Usbeken seien zähe Kämpfer und unangenehme Gegner, die jedoch den meisten ihrer Gegner kaum bekannt sein dürften.
Der bei weitem bekannteste Spieler im Team ist Abdukodir Khusanov. Der Verteidiger von Manchester City ist der Einzige, der in einer der fünf stärksten europäischen Ligen spielt. Die meisten seiner Nationalelf Kollegen sind in der Heimat unter Vertrag.
Usbekistan vertraut bei seinem Debüt auf Cannavaros Erfahrung. Für den Weltfußballer des Jahres 2006 kam die Berufung zum Nationaltrainer im Oktober, als die WM Qualifikation bereits feststand, einer Blitzbeförderung gleich.
Nach Aufenthalten in Saudi Arabien und China hatte Cannavaro in Italien auf eine langfristige Aufgabe gehofft: "Ich dachte mir: Wie kann das sein? Jeder kann trainieren, und ich bekomme nichts." Er landete nur beim Zweitligisten Benevento, später bei Udinese Calcio und in Kroatien bei Dinamo Zagreb, aber länger als fünf Monate durfte er nie bleiben.
Usbekistan kann nur gewinnen
Cannavaro hat in Usbekistan eine neue Heimat entdeckt, genauer in Taschkent. In der Hauptstadt des zentralasiatischen Landes mit rund 36 Millionen Einwohnern wohnt er mit seiner Familie. Doch eines Tages will Cannavaro nach Italien zurück, möglicherweise sogar die Nationalmannschaft trainieren. Daran arbeite er, verriet er der Gazzetta dello Sport.
Eine erfolgreiche WM mit dem Außenseiter wäre eine ideale Gelegenheit, um für diesen Job ins Gespräch zu kommen.