Ein Jahr Vorbereitungszeit: DFB-Frauen wollen im brasilianischen Titelkampf "dazugehören"

Ein Jahr Vorbereitungszeit: DFB-Frauen wollen im brasilianischen Titelkampf "dazugehören"

"Die Gruppenphase verlief äußerst souverän mit 16 von 18 möglichen Punkten und einem Torverhältnis von 18:1", stellte Christian Wück nach dem 2:0 (1:0) zum Abschluss der Qualifikation in Slowenien fest. Doch der Trainer richtet sein Hauptaugenmerk bereits darauf, in etwa einem Jahr bei der Endrunde (24. Juni bis 25. Juli) eine konkurrenzfähige Mannschaft im Titelrennen zu stellen: "Wir wollen dazugehören und in die Top Fünf kommen, doch es gibt ständige Höhen und Tiefen."

Match-Center: Slowenien gegen Deutschland

Auch in Ljubljana demonstrierte die stark durchmischte DFB-Auswahl diese Unbeständigkeit. An seinem 53. Geburtstag musste Wück eine durchschnittliche Leistung seiner Spielerinnen hinnehmen. Dennoch reichten ein Eigentor von Lara Prasnikar (39.) und ein Tor von Shekiera Martinez (50.) zum Sieg. Es war der sechste Sieg Deutschlands im sechsten Aufeinandertreffen mit Slowenien.

Wück erkennt "Potenzial" im DFB-Team

Für das DFB-Team hatte diese Partie keine große Bedeutung mehr. Bereits am vergangenen Freitag hatte sich der zweimalige Weltmeister durch den 2:0-Erfolg gegen Norwegen das WM-Ticket gesichert. In der Folge nahm Wück personelle Veränderungen vor. Im Vergleich zum Norwegen-Spiel änderte der Trainer seine Startaufstellung gleich auf acht Positionen.

"Das war selbstverständlich keine Glanzvorstellung von uns. Man darf jedoch nicht vergessen, zu welchem Zeitpunkt der Saison wir uns befinden. Viele Spielerinnen sind erschöpft", sagte Wück im ZDF: "Wir haben erkannt, dass wir vor Herausforderungen stehen. Aber wir haben auch unser Potenzial gesehen."

Um dieses Potenzial auszuschöpfen, will Wück keine Zeit verlieren. Der ehemalige Profi möchte die Vorbereitung auf die Endrunde schnell vorantreiben. Seine Reise ins Gastgeberland steht unmittelbar bevor. "Ich will die Pläne für das Basecamp so rasch wie möglich konkretisieren", sagte Wück: "Ich weiß noch nicht, wann wir die endgültige Entscheidung treffen. Aber ich möchte so schnell wie möglich ein klares Bild davon haben, was auf uns zukommt."

Ab Oktober stehen die nächsten Länderspiele auf dem Programm. "Wir möchten dort die nächsten Schritte gehen, ohne den Druck der Qualifikation. Dann können wir verschiedene Dinge testen", sagte Wück: "Diese Spiele werden wir als Vorbereitungsmaßnahmen nutzen. In Hinblick auf die Gegner werden wir nach den besten Lösungen suchen. Zuvor werden wir zahlreiche Scouting-Reisen unternehmen und die Vereine besuchen, um optimal vorbereitet zu sein."