"Causa Balogun": Infantino weist Einflussnahme Trumps zurück
Darauf habe er auch in dem Gespräch mit Trump hingewiesen. Er habe erläutert, "dass ein laufendes Rechtsverfahren vor den unabhängigen Justizorganen der FIFA anhängig sei und dass der Fall zu gegebener Zeit von den zuständigen Gremien entschieden werde", sagte der FIFA-Präsident: "So funktioniert das System der FIFA, und dieses Prinzip werde ich immer verteidigen."
Zum Match-Center: USA vs. Belgien
Die Entscheidung der FIFA, die Sperre von Balogun für das Achtelfinale der USA gegen Belgien am Dienstag (2.00 Uhr MESZ/ARD und MagentaTV) in eine Bewährungsstrafe umzuwandeln, hatte weltweit für Aufschrei gesorgt. Auch die Politik hat sich eingeschaltet.
Die Unabhängigkeit der Justizorgane sei "für die Glaubwürdigkeit und Integrität des Fußballs unerlässlich, und dies muss stets respektiert werden", sagte Infantino. Manchmal überraschten ihn die Entscheidungen der FIFA-Disziplinarkommission. "Manchmal stimme ich ihnen zu, und manchmal stimme ich ihnen nicht zu. Was ich jedoch immer tue, ist, diese Entscheidungen und die Autonomie der Gremien, die sie treffen, zu respektieren."
Die Stellungnahme von Gianni Infantino im Wortlaut
"Ich habe die öffentlichen Stellungnahmen zur Entscheidung des unabhängigen Disziplinarausschusses der FIFA in Bezug auf die Sperre von Folarin Balogun zur Kenntnis genommen und möchte einen grundlegenden Grundsatz der FIFA-Governance bekräftigen.
Die judikativen Gremien der FIFA sind unabhängig. Sie arbeiten autonom, wenden den FIFA-Disziplinarkodex an und entscheiden Fälle auf Grundlage der einschlägigen Bestimmungen und der konkreten ihnen vorliegenden Fakten. Ihre Unabhängigkeit ist für die Glaubwürdigkeit und Integrität des Fußballs von entscheidender Bedeutung und muss stets respektiert werden.
Ja, ich spreche regelmäßig mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten über Themen im Zusammenhang mit der FIFA-Weltmeisterschaft, und in dieser Angelegenheit habe ich tatsächlich einen Anruf von Präsident Donald Trump erhalten – so wie ich Anrufe von Staats- und Regierungschefs, Regierungsvertretern, Fußball-Akteuren und Wirtschaftsführern aus aller Welt zu den unterschiedlichsten Themen erhalte. Während unseres Gesprächs habe ich erklärt, dass ein laufendes juristisches Verfahren unter Beteiligung der unabhängigen judikativen Gremien der FIFA anhängig sei und dass der Fall zu gegebener Zeit von den zuständigen Instanzen entschieden würde. So funktioniert das System der FIFA, und es ist ein Grundsatz, den ich stets verteidigen werde.
Ich lese die Entscheidungen des Disziplinarausschusses der FIFA, wenn sie ergehen. Manchmal überraschen sie mich. Manchmal stimme ich ihnen zu, und manchmal bin ich anderer Meinung.
Was ich jedoch immer tue, ist, diese Entscheidungen und die Autonomie der Gremien, die sie treffen, zu respektieren. Ob uns eine Entscheidung persönlich gefällt oder nicht, ist unerheblich. Die Achtung unabhängiger Institutionen und der Rechtsstaatlichkeit ist es, die zu jeder Zeit die Integrität unserer Wettbewerbe und die Glaubwürdigkeit der FIFA schützt."