Horrorfilm statt Happy End: Rückkehrer Neymar weint, Brasilien trauert

Horrorfilm statt Happy End: Rückkehrer Neymar weint, Brasilien trauert

"Ich habe es versucht, ich habe es wirklich versucht", sagte Neymar nach dem so bitteren 1:2 (0:0) im Achtelfinale gegen Erlings Haalands Wikinger, in East Rutherford vor den Toren New Yorks trug der 34-Jährige zum letzten Mal das berühmte gelbe Trikot mit der Nummer 10: "Jetzt ist es zu Ende."

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Schluss. Aus. Vorbei. Wie bei Neymar herrschte auch bei den anderen 220 Millionen Brasilianern Trauer und Tristesse. Als Zehnjähriger hatte er 2002 Ronaldo und Co. zugejubelt, wie sie den WM-Pokal in den Himmel hoben. Neymar, der Hochbegabte, der einstige 222-Millionen-Mann, war dazu auserkoren, das lange Warten seiner Landsleute auf den nächsten Triumph zu beenden. Doch es wurde wieder nichts.

Führt Ancelotti den Neuaufbau an?

Neymar, Vinicius Junior und all die anderen zeigten kaum Samba, kein Spektakel. Sie verschossen einen Elfmeter, sie vergaben ein, zwei gute Möglichkeiten. Sie "irrten herum", schrieb "O Globo", sie zerschellten an Haaland. Im Achtelfinale. So früh wie zuletzt 1990.

Es sei "unerklärlich, was da passiert ist. Wir müssen uns bei allen entschuldigen, dass wir es heute nicht geschafft haben", sagte Kapitän Marquinhos und bat die enttäuschten, wütenden Fans um Geduld: "Wir haben vier Jahre bis zur nächsten WM und hoffen dann, dass wir da gewinnen." Auf diesem Weg müsse Brasilien "neue Ideen finden", meinte Trainer Carlo Ancelotti, sowie "einige Spieler austauschen. Wir brauchen junge Talente, hochkarätige Spieler, die aus dem brasilianischen Fußball kommen, um in Zukunft für die Nationalmannschaft spielen zu können." Ob Ancelotti den weiteren Umbruch selbst verantworten darf, ist offen.

Zu alt, zu langsam, zu träge - die Zeit der Generation um Neymar ist nach dem nächsten WM-Horrorfilm nach 2014, 2018 und 2022 beendet, am Happy End für den Rekordweltmeister müssen nun neue Helden schreiben. "Dass wir nicht so weiterspielen können, ist klar", sagte Marquinhos.

Ancelotti will weitermachen, daran ließ er keine Zweifel aufkommen. "Wir werden diese Niederlage nehmen und wir werden sie als Treibstoff" nutzen, "um voranzukommen", sagte der Italiener: "Manchmal muss man mit der Traurigkeit und dem bitteren Geschmack einer Niederlage umgehen." Der Abschied vom weinenden Neymar, die geplatzten Titelträume der Fans sollen nicht "das Ende" sein, sagte Ancelotti an diesem so traurigen Tag für Brasilien. Sondern "der Beginn" von etwas Neuem.