Analyse: Die Konsequenz – Verantwortliche für den Wolfsburger Abstieg jenseits von Hecking
Die Serie der Fehlentscheidungen bei dem einst ehrgeizigen Verein aus der Autostadt, der mit hohen Erwartungen und europäischen Ambitionen in die Saison startete, reicht weit zurück. Bereits in den vergangenen Spielzeiten blieb der VfL deutlich hinter seinen eigenen Ansprüchen zurück. Zuletzt war der Klub in der Saison 2021/22 in der Champions League vertreten, seitdem sind internationale Wettbewerbe in weite Ferne gerückt.
Sportdirektor Peter Christiansen wurde 2024 verpflichtet, um den Verein zurück auf die europäische Bühne zu führen, auch in dieser Saison war dies das erklärte Ziel. Doch der von ihm engagierte Trainer Paul Simonis, der zuvor nur knapp ein Jahr bei den Go Ahead Eagles in der Eredivisie Erfahrung gesammelt hatte, musste bereits nach kurzer Zeit gehen. Es folgte Sportdirektor Sebastian Schindzielorz. Christiansen hingegen blieb im Amt, was sich als Fehler erwies.
Kostspielige Neuverpflichtungen ohne Wirkung
In der Winterpause hätte der Däne mit der finanziellen Unterstützung des VW Konzerns die Mängel im unausgewogenen Kader beheben können, doch die Investitionen von über 25 Millionen Euro zeigten kaum Wirkung. Lediglich Jeanuel Belocian etablierte sich als Stammspieler. Eine Mannschaft mit solch hohen Summen nicht ausreichend für den Abstiegskampf zu stärken, ist ein schwerwiegendes Versäumnis. Die Konsequenzen für Christiansen kamen spät, zu spät.
Die Fehlentwicklungen konnte auch Hecking nicht mehr korrigieren, ebenso wenig wie sein Vorgänger Daniel Bauer. So endete eine enttäuschende Saison folgerichtig mit dem ersten Bundesliga Abstieg in der Vereinsgeschichte.
Einzig der mögliche Neuanfang bietet einen Lichtblick. Der Kader wird sich verändern, mit dem aktuellen Team konnten sich die Fans schon lange nicht mehr identifizieren. Finanzielle Verluste sind unvermeidlich, im Vergleich zur Konkurrenz in der zweiten Liga sollte dem VfL jedoch genug Mittel für den Wiederaufstieg zur Verfügung stehen.
Dass Geld allein keinen sportlichen Erfolg garantiert, sollte spätestens nach der Relegation gegen den SC Paderborn allen klar sein.