Union Berlin im Abstiegskampf: "Wir stecken mittendrin"
Die klare Mahnung an die Spieler von Union Berlin kam von den engagiertesten Unterstützern. "Wacht auf! Wacht auf!", riefen die Fans auf der Waldseite nach der schmerzhaften 1:4 Niederlage (1:2) gegen Werder Bremen in die Richtung der Mannschaft. Nach einem unglücklichen, aber folgenschweren Verlust wuchs die besorgniserregende Einsicht: Die Köpenicker befinden sich erneut tief im Abstiegskampf.
"Ich verstehe diese Reaktion der Fans voll und ganz", äußerte Trainer Steffen Baumgart und betonte zugleich, dass kein Bruch zwischen Team und Anhängern bestehe. Auch der Coach war frustriert: "Wir erkennen die Bedrohung, die Lage und die gesamte Rückrunde. Das entspricht nicht unseren Erwartungen."
Nur vier Punkte trennen die Berliner nach einer bisher hochgradig enttäuschenden Rückrunde vom Relegationsplatz. "Aktuell durchleben wir eine sehr herausfordernde Periode. Das ist allen klar. Wir haben uns diese Situation selbst eingebrockt", meinte Baumgart. Dennoch stünden noch neun Partien mit einer Truppe an, "die Rückgrat zeigt und weiß, was in solchen Momenten zählt."
Im nächsten Auswärtsspiel gegen den SC Freiburg am Sonntag (17.30 Uhr/DAZN) wird András Schäfer aufgrund seiner Roten Karte (19.) gegen Werder pausieren. Für die strenge Entscheidung des Schiedsrichters Timo Gerach, die Union auf den Weg des Verlierers schickte, fehlte Baumgart das Verständnis. "Das wäre höchstens eine Gelbe Karte gewesen", urteilte er.
Ein positiver Impuls in Freiburg wäre bitter nötig. Gegen Werder blieb dieser trotz des Führungsprofis durch den ehemaligen Bremer Derrick Köhn (18., Foulelfmeter) aus. "Heute hätten wir einen Schritt vorwärts tun können. Das ist misslungen, nun sind wir voll im Geschehen drin", sagte Horst Heldt, bei Union verantwortlich für den Profifußball: "Das war nicht geplant. Das ist unglaublich frustrierend."