Wetterwunder in den USA während der WM: Stürme und ähnliche Ereignisse könnten Matches stundenlang aufhalten

Wetterwunder in den USA während der WM: Stürme und ähnliche Ereignisse könnten Matches stundenlang aufhalten

Das Klima wirkt sich nicht nur auf die körperliche Fitness der Spieler aus, sondern behindert auch die Organisation und das Wohlbefinden der Zuschauer. Vor allem die USA stehen im Mittelpunkt: Bei Gewittern mit Blitzeinschlägen nahe den Stadien gelten harte Schutzregeln, die keine Abweichungen erlauben.

Die Weltmeisterschaft findet in drei Nationen statt, doch der Kern des Events liegt in den Vereinigten Staaten. Gerade dort treten im Juni und Juli oft unerwartete Sommerstürme auf. Für die Veranstalter stellen diese Unwetter ein viel schwerwiegenderes Hindernis dar als simpler Niederschlag.

In den USA existiert ein strenges Protokoll für die Sicherheit: Wenn Wettersensoren Blitze innerhalb von 13 Kilometern (acht Meilen) orten, wird jede Veranstaltung augenblicklich gestoppt. Die Athleten räumen das Spielfeld, und die Fans müssen manchmal die Ränge verlassen. Danach kommt eine obligatorische Unterbrechung von wenigstens 30 Minuten. Trifft in dieser Phase ein weiterer Blitz ein, startet die Wartezeit neu.

Das könnte bedeuten, dass Begegnungen stundenlang pausieren oder verlegt werden. Die FIFA vermag diese Vorgaben nicht zu ignorieren, da sie höherrangige Sicherheitsstandards sind, die in der NFL oder MLS üblich gelten. Im schlimmsten Szenario könnte sogar das WM-Finale im MetLife Stadium (New York/New Jersey) gestört werden, weil das Gebiet für starke Sommergewitter berühmt ist.

Erfahrungen aus der Klub-Weltmeisterschaft

Dies ist keine bloße Vermutung, wie die vorige Klub-Weltmeisterschaft bewies. Dort gab es deutliche Verzögerungen: Das Spiel Ulsan gegen Mamelodi Sundowns begann in Florida mit mehr als einer Stunde Verzug, RB Salzburg wartete vor dem Match gegen Pachuca etwa anderthalb Stunden in Cincinnati, und beim Aufeinandertreffen von Chelsea und Benfica in Europa dauerte die Zwangspause wegen eines Sturms fast zwei Stunden.

Wetterexperten nennen besonders die Gebiete östlich der Rocky Mountains als risikoreich. Die Linie von Cincinnati nach New York erscheint besonders anfällig. Für die Spielstätten heißt das: In New York/New Jersey, Boston, Philadelphia und Miami droht die größte Gefahr für Unterbrechungen.

Außer Stürmen wirkt sich auch die Schwüle aus. In Orten wie Miami, Houston, Kansas City und Dallas sind hohe Hitzegrade und Feuchtigkeit zu erwarten. Die FIFA setzt hier extra Pausen für Flüssigkeitsaufnahme an, um die Teams vor Überanstrengung zu bewahren.

Ein zusätzlicher Aspekt ist die Höhenlage, die etwa die tschechische Auswahl vor Herausforderungen stellt. Ihr Trainingslager befindet sich in Texas (200 m über dem Meer), aber die Partien variieren stark: Zuerst tritt man in Guadalajara, Mexiko auf 1.600 m Höhe an; dann geht es in Atlanta, USA, auf 300 m herunter, ehe zum Abschluss in Mexiko-Stadt das Spiel gegen den Veranstalter auf 2.240 m Höhe folgt.

Fachleute mahnen, dass solche drastischen Änderungen die Lungenfunktion und Erholung erheblich stören. Die Mannschaften bereiten sich mit gezielten Blutuntersuchungen und Lungenübungen darauf vor, um im Turnier mit extremen Bedingungen zurechtzukommen.