Meinung: Ein Titel für Sturm Graz wäre reines Glück

Meinung: Ein Titel für Sturm Graz wäre reines Glück

Der Angriff verursacht bei den Unterstützern erhebliche Bedenken. Die zwei Partien gegen den LASK, die beide mit 1:1 endeten, machten die Hilflosigkeit des aktuellen Meisters deutlich.

Im Verlauf der Spiele gegen die Linzer entstanden nur wenige brauchbare Gelegenheiten zum Treffen. Beide Male kamen die Tore aus Elfmetern von Otar Kiteishvili. Der zentrale Spielgestalter lastet die Chancen auf einen Meistertitel für Sturm Graz nahezu allein auf sich.

Beim Hinspiel in Oberösterreich kamen die Spieler aus der Steiermark mit ‚zwei blauen Augen‘ davon, wie Verteidiger Albert Vallci es nannte. Ein umstrittener Strafstoß und vergebene Chancen des LASK führten zum Punkt.

Dass das Rückspiel zu Hause nicht gewonnen wurde, zeigt tiefe Schwächen. Sturm spielte ab der 18. Minute mit einem Mann mehr, und einen großen Teil der zweiten Halbzeit sogar mit zwei Vorteilen unter Coach Fabio Ingolitsch.

Offensive Spielzüge rar

Dennoch entstand keine echte Gefahr vor dem Tor. Das wiederholt sich aus früheren Begegnungen. Die Stürmer Seedy Jatta und Maurice Malone bringen Geschwindigkeit mit, vermögen sich aber in beengten Bereichen nicht zu behaupten. Solche Fähigkeiten sind unerlässlich, falls der Gegner, wie kürzlich, die Räume hinten absichert.

Der LASK schaffte es selbst in Unterzahl, die Mitte zu verschließen. Viele Pässe bei Sturm gingen auf die Außenbahnen, oft folgten unüberlegte Kreuzbälle ins Gehege, ohne echte Erfolgschancen.

Zwar fehlt es an Topindividualitäten wie in früheren Jahren, Stürmer vom Rang von Rasmus Höjlund, Emanuel Emegha oder Mika Biereth gibt es im Kader nicht. Doch taktische Anpassungen könnten die Schwächen lindern.

Ein erster Schritt wäre schnellere Ballweiterspiele. Ein Moment aus der Schlussphase illustriert, dass Trainer Ingolitsch die Abwehr gefestigt hat, aber im Vorwärtsspiel fehlen klare Muster.

Kiteishvili, der vielseitige Künstler, holte den Ball in der eigenen Zone. Der linke Außenverteidiger Emir Karic wollte beschleunigen, stockte aber, da er unsicher war, ob der Ball zu ihm kommt. Statt vorwärts zu schauen, blickte er zurück, ohne die passende Reaktion vorab zu planen.

Knappes Rennen um den Titel

Solche Szenen häuften sich. Dadurch entstand kein fließendes Spiel, der Aufbau wirkte unsicher statt natürlich. Allein weite Bälle auf die schnellen Spitzen reichen im Wettkampf nicht, um Red Bull Salzburg auf Abstand zu halten.

Sturm führt vier Runden vor Ende um einen Punkt vor den Salzburgern, doch ein weiterer Triumph wäre weniger Strategieerfolg, sondern Nutzen aus den Fehlern der Rivalen.

Es bleibt offen, ob im harten Kampf der Spitzengruppe das Warten auf Gegnerfehler ausreicht.