Vergewaltigungsvorwürfe und Pfiffe: Ghana-Antreiber Partey im Mittelpunkt
Partey, ehemaliger Profi des FC Arsenal und jetzt beim FC Villarreal unter Vertrag, war vor einem Jahr von der britischen Staatsanwaltschaft in London wegen mutmaßlicher Vergewaltigung in fünf Fällen und eines sexuellen Übergriffs angeklagt worden. Der Prozess gegen ihn soll noch Ende 2026 oder Anfang 2027 beginnen.
Auch wenn noch kein Urteil gesprochen ist, verweigerte Kanada Partey beim ersten Gruppenspiel gegen Panama die Einreise. Die USA interpretierte die Situation anders: Weil Partey "noch nicht wegen einer Straftat verurteilt" sei, durfte er ins Land. Der 33-Jährige bestreitet die Vorwürfe.
Ghana-Trainer Queiroz kritisiert englische Fans
Viele Fans nehmen das Partey aber nicht ab. Englands Anhänger etwa buhten ihn schon bei Verkündung der Aufstellung aus, dies zogen sie auch während des Spiels 90 Minuten gnadenlos durch. Dazu verweigerte Djed Spence dem ghanaischen Mittelfeldspieler vor dem Spiel den obligatorischen Handshake, ein Statement hierzu gab Partey auf Nachfrage in der Mixed Zone nicht ab.
Dafür äußerte sich sein Trainer sehr kritisch. "Leider bringen sie ihre Politik und all diese Themen ins Spiel ein. Es ist unsere Pflicht, das zu ignorieren", sagte Carlos Queiroz in der ARD. Die englischen Fans sollten "mehr Moral an den Tag legen in anderen Fragen der Welt, die wichtiger sind als ein einzelner Fußballspieler. Leider sehe ich diese Moral bei englischen Fans nicht, wenn es um andere ernste Probleme in der Welt geht."
Auch der frühere Topstar Thierry Henry sprang Partey zur Seite. "Wir leben in einer Gesellschaft, in der die Menschen zu schnell urteilen und zu schnell verurteilen, noch bevor die Gerichte zu einem endgültigen Urteil gekommen sind", sagte der französische Weltmeister von 1998 bei Fox.
Sportlich hat Partey mit seinem Team gegen Kroatien das Weiterkommen und sogar einen möglichen Gruppensieg in eigener Hand. Rang eins wäre dabei umso bedeutsamer, da der Zweitplatzierte der Staffel L sein Sechzehntelfinale im kanadischen Toronto bestreitet. Und dort dürfte Partey ja wieder nicht einreisen.
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