Unter dem Motto 'Härzbluet': Aufsteiger Thun steht vor dem Triumph
Alles ist vorbereitet für das grosse Fest. Die Sperrstunde wurde aufgehoben, der Termin fuer die Pokaluebergabe ist festgelegt. Nun muss der FC Thun noch sein Teil beitragen.
Der Aufsteiger hat fuenf Matchbaelle, um das Fussballmaerchen zu einem gluecklichen Ende zu fuehren und unerwartet die Schweizer Meisterschaft zu erringen. Bei einem Heimsieg am Samstag (20:30 Uhr) gegen Lugano koennte die Feier losgehen.
Das waere eine Premiere: In ueber 128 Jahren hat der Klub aus dem Berner Oberland keinen Titel geholt. Doch bald aendert sich das. Mit stolzen 14 Punkten Vorsprung auf St. Gallen, 21 auf den regierenden Meister FC Basel, 26 auf den Rivale Young Boys Bern und sogar 47 auf den Rekordmeister Grasshopper Club Zuerich fuehrt Thun die Tabelle an. Es ruehrt an die Erinnerung an den Titel des 1. FC Kaiserslautern als Aufsteiger im Jahr 1998.
Keine Prämien für den Meistertitel vereinbart
Dieser Erfolg ist wahrlich ein Wunder. Thun war ja erst 2025 nach fuenf Jahren Pause in die Super League zurueckgekehrt. Der Präsident Andres Gerber gab kuerzlich zu, dass sie vor der Saison keine Meisterpraemien ausgehandelt hatten: "Wir hielten es schon kuennen, ein Ziel in den ersten Sechs zu setzen."
Der Baumeister dieses Aufstiegs ist Trainer Mauro Lustrinelli, der seit 2022 die Mannschaft leitet, als Nachfolger von Urs Fischer (2013 bis 2015). Zu den Schluesselfiguren gehoeren Kapitaen und Verteidiger Marco Buorki, der Bruder des fruheren Dortmund-Torhueters Roman Buorki, sowie Michael Heule. Der Blick lobte den Verteidiger kuerzlich mit den Worten: "Torjaegerfähigkeiten aehnlich Harry Kane und Sprinttalent wie Usain Bolt".
Geldprobleme - dem Ende nahe?
Der Stolz steigt. Bisher war der FC Thun eher fuer ueble Ueberschriften bekannt. 2007 steckten mehrere Spieler in einem Sexskandal, 2016 stand der Verein vor dem Bankrott. Seitdem sammelt der fanbetreute Klub 'Härzbluet' jaehrlich Spenden, uebersetzt rund 1,6 Millionen Euro.
Auch heute quälen finanzielle Aengste den Verein, die sich bald in Wohlgefallen auflösen koennten. Als Meister qualifiziert sich Thun fuer die zweite Runde der Champions League.
Bereits 2005/06 erreichte der Vizemeister die Gruppenphase, unvergessen bleibt das Traumtor von Nelson Ferreira gegen Arsenal im Highbury. Den ersten Pokal der Klubgeschichte holte er dennoch nicht. Am Samstag koennte das anders sein.