Südafrika übersteht erstmals WM-Gruppenphase – Mexiko feiert historischen Sieg

Südafrika übersteht erstmals WM-Gruppenphase – Mexiko feiert historischen Sieg

Tschechien hat die K.o.-Runde bei der Fußball-WM krachend verpasst. Gegen den zuvor bereits als Gruppensieger feststehenden Co-Gastgeber Mexiko verloren die Europäer, bei denen der Leverkusener Patrik Schick nur als Joker agierte, im Aztekenstadion in Mexiko-Stadt mit 0:3 (0:0).

Mateo Chávez bei seinem WM-Debüt (55.), Julian Quinones (61.) und Alvaro Fidalgo (90.+4) trafen für die Mexikaner, die ordentlich durchrotierten und als erstes Team bei der XXL-Endrunde alle drei Gruppenspiele gewannen - zwar ohne Glanz, aber eben auch ohne Gegentor. Tschechien muss bei seiner ersten WM seit 2006 mit nur einem Punkt die Heimreise antreten.

Bei Mexiko, das im Sechzehntelfinale am 1. Juli erneut im Aztekenstadion gegen einen Gruppendritten spielen wird, feierte auch das 17 Jahre alte Wunderkind Gilberto Mora sein Startelf-Debüt, insgesamt wechselte Trainer Javier Aguirre auf fünf Positionen. Ab der 78. Minute bekam auch Kulttorhüter Guillermo Ochoa (40) bei seiner sechsten und letzten WM noch ein paar Einsatzminuten.

Auf der Gegenseite verzichtete Miroslav Koubek zunächst auf Schick, der in den ersten beiden Spielen gegen Südkorea (1:2) und Südafrika (1:1) enttäuscht hatte. Für ihn kam Denis Visinsky zu seinem ersten WM-Spiel - und hatte gleich die erste gute Gelegenheit: Sein Dropkick aus 13 Metern flog nur Zentimeter links am Tor vorbei (8.).

Die Tschechen um den Hoffenheimer Vladimir Coufal rannten an, es fehlte jedoch an Ideen. Mexiko konzentrierte sich aufs Verteidigen, die einzig nennenswerte Tormöglichkeit vor der Pause hatte Verteidiger Israel Reyes mit einem unplatzierten Fallrückzieher (37.).

Die Führung brachte ein Konter, Chávez vollendete gegen den Ex-Leverkusener Matej Kovar im tschechischen Tor ins lange Eck. Sechs Minuten später legten sich die Tschechen den Ball in Flippermanier fast selbst rein, Quinones musste nur noch die Fußspitze reinhalten. Schick kam (64.), konnte das Aus aber nicht mehr verhindern.

Zum Match-Center: Tschechien vs. Mexiko

Südafrika übersteht erstmals WM-Gruppenphase

Südafrika hat bei seiner vierten WM-Teilnahme erstmals die K.o.-Runde erreicht. Der WM-Gastgeber von 2010 gewann sein letztes Vorrundenspiel gegen Südkorea mit 1:0 (0:0) und löste als Gruppenzweiter direkt das erträumte Ticket fürs Sechzehntelfinale. Thapelo Maseko (63.) ließ "Bafana Bafana" und seinen belgischen Coach Hugo Broos jubeln.

Den "Taegeuk Warriors" von Nationaltrainer Hong Myung-bog, denen ein Remis zum sicheren Weiterkommen gereicht hätte, wurde die anhaltende Offensivschwäche zum Verhängnis. Auch die Einwechslung von Starspieler Heung-Min Son zur zweiten Halbzeit verpuffte. Südkorea wäre ein möglicher deutscher Gegner zum Auftakt der K.o.-Runde, muss aber um einen Platz unter den besten acht Gruppendritten zittern.

Südkorea begann äußerst schwungvoll und strukturiert. Den Traumstart verpasste Abwehrchef Kim Min-jae. Den Kopfball des Innenverteidigers von Bayern München klärte Aubrey Modiba nach einer Ecke auf der Linie (2.). Wenig später zielte der auffällige Lee Kang-in (8.) knapp daneben.

In das anfangs kontrollierte Spiel Südkoreas schlichen sich Fehler, die auch durch das zunehmend frühe Pressing Südafrikas provoziert wurden. Ein Konter brachte die Asiaten in Gefahr, Lee Ki-Hyuk blockte den Schuss von Maseko (19.). Oswin Appollis (20.) schoss aus der Distanz zu zentral.

Torhüter Kim Seung-gyu, der die Niederlage gegen Mexiko (0:1) mit einem groben Fehler mitverschuldet hatte, zeigte erneut Schwächen. Den Abschluss von Thalente Mbatha (30.) ließ Kim zentral vor die Füße von Evidence Makgopa abprallen. Der Angreifer zielte aus abseitsverdächtiger Position aber direkt in Kims Arme. Südkorea fand bis zur Pause offensiv kaum noch statt. Abwehrchef Kim schüttelte zur Pause unzufrieden den Kopf.

Südkorea reagierte auf die offensive Flaute unter anderem mit der Einwechslung von Starspieler Son. Der Einfluss des 33-Jährigen blieb aber überschaubar. Der WM-Halbfinalist von 2002 fand kaum spielerische Mittel gegen die kompakten Südafrikaner und war in der Rückwärtsbewegung weiter anfällig. Bei einem der seltenen Abschlüsse bekam Oh Hyeon-Gyu (61.) nicht genug Druck hinter den Ball.

Kurz darauf sorgte Maseko für kollektiven Jubel bei Südafrika. Auch die Einwechslung des Gladbacher Jens Castrop half Südkorea in der Schlussphase nicht weiter.