Schwierigkeiten vor WM-Beginn: Bedenken wegen Iran und Kongo

Schwierigkeiten vor WM-Beginn: Bedenken wegen Iran und Kongo

Die iranische Nationalmannschaft wechselt von Tucson in Arizona nach Tijuana in Mexiko, da sie in den USA offenbar unerwünscht ist. "Die USA möchten nicht, dass das iranische Team auf ihrem Territorium bleibt", erklärte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum. Der Iran habe daraufhin gefragt: 'Können sie nach Mexiko kommen?' Unsere Antwort war: 'Ja, das ist möglich.'"

Die FIFA bestätigte am Montagabend den überraschenden Umzug in die grenznahe Stadt, die für ihre Probleme mit Drogenkartellen bekannt ist. Die Trainings werden im Centro Xoloitzcuintle stattfinden. Sheinbaum zufolge klären die mexikanischen Behörden gemeinsam mit der FIFA die genauen Modalitäten. Die FIFA steht vor weiteren Herausforderungen, um sicherzustellen, dass alle 48 qualifizierten Teams beim Großereignis in Nordamerika antreten können.

Zieht sich Iran komplett zurück?

Einerseits gibt es für das iranische Team noch Visa-Probleme, nachdem einige Spieler ihre Anträge in der US-Botschaft in Ankara eingereicht hatten. Andererseits wird während des Turniers wahrscheinlich auch eine Unterkunft in den USA benötigt. Das Team muss nämlich sowohl gegen Neuseeland (16. Juni) als auch gegen Belgien (21. Juni) in Los Angeles antreten, bevor es in Seattle auf Ägypten trifft (27.6.).

Es ist schwer vorstellbar, dass die Mannschaft für diese Spiele immer kurz vorher anreist und direkt danach wieder nach Tijuana zurückkehrt. Zudem bleibt unklar, ob die Teilnahme überhaupt im Interesse des Regimes in Teheran liegt. Bei den WM-Spielen könnten unerwünschte Bilder entstehen, falls es zu Protesten kommt. Ein freiwilliger Rückzug ist daher nicht ausgeschlossen.

Probleme durch Ebola-Quarantäne

Auch die Lage der Demokratischen Republik Kongo ist schwierig. Wegen eines Ebola-Ausbruchs müssen sich die Spieler laut US-Regierung vor der WM 21 Tage lang isolieren. WM-Koordinator Andrew Giuliani erklärte, das Team dürfe nur dann einreisen, wenn es sich drei Wochen lang in einer "Sicherheitsblase" aufhalte.

Die Mannschaft der DR Kongo plant ihr Quartier in Houston ab dem 11. Juni, bei ihrer zweiten WM-Teilnahme nach 1974 (als Zaire). Giuliani betonte, das Wohl der "amerikanischen Bevölkerung, der Teams und der Millionen Fans" habe oberste Priorität. Da weder Trainer Sébastien Desabre noch Spieler zuletzt im Land waren, sollte das Problem für das Team lösbar sein.

Allerdings wird die DR Kongo wohl auf eigene Fans verzichten müssen.