Real-Keeper im Gewissenskonflikt: Courtois fordert die "zweite Heimat" heraus
Für Courtois wird dieses Duell eine außergewöhnliche Erfahrung, wenngleich er auf dem Rasen auf vertraute Gesichter verzichten muss. Nationaltrainer Luis de la Fuente hat für das Turnier keinen einzigen Akteur von Real Madrid nominiert.
Zum Match-Center: Spanien vs. Belgien
Die Rollenverteilung in der eigenen Familie hat der Keeper derweil schon scherzhaft klargestellt: Sein in Spanien geborener Sohn Nicolás, der selbst im Nachwuchs der Königlichen im Tor steht, wurde augenzwinkernd vorgewarnt, dass er bei mangelnder Unterstützung für Belgien direkt den Heimweg antreten könne.
Die perfekte Defensiv-Maschine von Luis de la Fuente
Ob die Reise für die Belgier weitergeht, wird vor allem davon abhängen, ob sie die spanische Hintermannschaft knacken können. Während die Fußballwelt vor allem über Offensivgeister wie Lamine Yamal oder Mittelfeldstratege Rodri spricht, glänzt die Seleccion in erster Linie durch eine extrem stabile Rückwärtsbewegung. Die Spanier definieren sich bei diesem Turnier nicht über einen alles überragenden Torjäger, sondern über ihre kollektive Balance.
Der Erfolg basiert auf einer perfekt abgestimmten Mannschaftsleistung, die bereits in der vordersten Reihe ansetzt. Der Nationaltrainer fordert von jedem seiner Profis bedingungslose Defensivarbeit, beginnend bei den Angreifern. Diese taktische Disziplin sorgt dafür, dass das Team wie ein präzises Uhrwerk funktioniert und den Gegnern kaum Räume für eigene Angriffe bietet.
Unai Simon bricht den historischen WM-Rekord
Die Defensivstatistiken der Iberer vor diesem Viertelfinale sind beeindruckend und dürften auch den Belgiern Respekt einflößen. In den bisherigen fünf Turnierspielen kassierte die spanische Auswahl noch keinen einzigen Gegentreffer. Torwart Unai Simon stellte dabei sogar einen neuen historischen WM-Rekord auf und ist seit der K.o.-Runde über 600 Minuten ohne Gegentor.
Der Keeper von Athletic Bilbao profitiert dabei spürbar vom Vertrauen seines Trainers und einer exzellenten Organisation vor ihm. Simon musste im gesamten Turnierverlauf erst wenige Male ernsthaft eingreifen, da die Innenverteidigung um Aymeric Laporte und den jungen Pau Cubarsi kaum Chancen zulässt. Auch die Konkurrenz im eigenen Kader, wie Ersatzkeeper Joan Garcia, betont immer wieder die hervorragende Struktur im spanischen Defensivverbund.