Nach Skandalpartie: Dynamo Dresden plant neue Sicherheitsmaßnahmen

Nach Skandalpartie: Dynamo Dresden plant neue Sicherheitsmaßnahmen

"Unser Stadion bleibt auch in Zukunft ein sicherer Treffpunkt für jedermann. Den Pfad, den wir mit mehr als 30.000 Zuschauern wöchentlich pflegen und der für eine beeindruckende Stimmung sorgt, lassen wir uns nicht von einzelnen Personen zerstören", erklärte Sportgeschäftsführer Sören Gonther. "Es ist nun essenziell, umgehend passende Schritte einzuleiten, damit wir ein klares Zeichen setzen, dass wir zu unseren Aussagen und Prinzipien stehen."

Zum Spielbericht: Dynamo Dresden gegen Hertha BSC

Laut Klubinformationen werden aktuell mögliche Umbauten geprüft, um den Gastbereich besser abzusichern und zudem den Sitzbereich für Auswärtsfans zum Stadioninneren hin sowie die benachbarten Tribünen abzugrenzen. Bei risikoreichen Partien sollen künftig Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes auch vor dem KBlockBereich den Innenraum bewachen.

Zusätzlich werden Polizeikräfte direkt innerhalb des Stadions platziert. Nach Abstimmung mit der Polizei werden ab sofort die Pufferzonen im Heimsektor um den Gastblock herum ausgedehnt. Insgesamt entsteht ein "umfassendes Präventionsprogramm, das die Abläufe an Spieltagen weiter optimiert", wie Dynamo mitteilte.

"Betroffen" und "fassungslos"

Im Spiel gegen Hertha BSC hatten Anhänger beider Seiten für massive Unruhen gesorgt. Fans überwanden Barrieren, und im Stadioninneren eskalierte es mit Pyrotechnik und Raketen. Die Polizei in Dresden hat über ein Dutzend Untersuchungen wegen Friedensstörung, gefährlicher Körperverletzung und Sachschäden eingeleitet.

"Wir waren tief betroffen von diesen Bildern. Dass seit dem Neubau des Stadions im Jahr 2009 erstmals so eine Eskalation eintrat, hat alle im Verein schockiert", äußerte sich Dynamos Aufsichtsratschef Michael Ziegenbalg.

Parallel dazu habe man im Verein eine starke Motivation festgestellt, "bestehende Präventionsmethoden zu evaluieren und zu festigen. Wenn Respekt verletzt und klare Grenzen ignoriert werden, tragen wir als Klub die Pflicht, unsere Herangehensweisen grundlegend anzupassen."

Nach der Analyse von Bildern und Videos sollen mit Hilfe der Polizei die Verantwortlichen identifiziert werden. "Hier gibt es für uns keine Verhandlungsspielräume, sobald Personen festgestellt sind, erfolgt neben der polizeilichen Strafverfolgung auch von uns ein konsequentes Verfahren zu Stadionausschlüssen", betonte Geschäftsführer Stephan Zimmermann.