Menschenrechte verletzt? Mourinho reicht Klage gegen türkische Behörden ein
Wie der EGMR mitteilte, legte Mourinho bereits im März 2025 Beschwerde gegen die Strafe ein. Der türkische Fußballverband TFF hatte diese Strafe Ende 2024 verhängt, nachdem Mourinho sich angeblich unsportlich über Fans von Trabzonspor und den Schiedsrichter geäußert hatte. Die Disziplinarkommission der TFF sperrte Mourinho für ein Spiel und belegte ihn mit zwei Geldstrafen in Höhe von zusammen rund 11.600 Euro.
In einer Sachverhaltsdarstellung des EGMR heißt es: "Der Beschwerdeführer macht geltend, dass die betreffende Streitigkeit nicht von einem unabhängigen und unparteiischen Gericht entschieden worden sei." Zudem behauptete Mourinho, die begründete Entscheidung der TFF sei ihm nie zugestellt worden. "Er rügt, dass sein Recht auf freie Meinungsäußerung durch die Sanktionen verletzt worden sei", so der Gerichtshof.
Befragung der türkischen Behörden
Der EGMR erklärte die Beschwerde für zulässig und stellte den türkischen Behörden mehrere Fragen. Die Strafen im Herbst 2024 waren nicht die einzigen, die Mourinho in der Türkei erhielt. Im Februar 2025 verhängte die TFF wegen Rassismusvorwürfen eine Sperre von zwei Spielen und eine Geldstrafe von 14.200 Euro. Zwei Monate später musste der Portugiese nach einem Griff ins Gesicht von Galatasaray-Trainer Okan Buruk eine Sperre von drei Spielen und eine Geldstrafe von 7000 Euro hinnehmen.
Mourinho hatte Fenerbahce im Juni 2024 übernommen und wurde im August 2025 wieder entlassen. In der vergangenen Saison führte er Benfica Lissabon auf den dritten Platz in Portugal. Für die nächste Saison wird er als Nachfolger von Alvaro Arbeloa bei Real Madrid gehandelt.