Kein Dopingverdacht, trotzdem Konsequenzen: DFB-Nationalspielerin Freigang riskiert WM-Sperre
Freigang selbst meldete sich einen Tag nach dem 2:0 (2:0) gegen Norwegen erstmals zu der Aufregung und erzählte von "Unklarheiten". "Mir ist es wichtig zu betonen: Gegen mich gab es zu keiner Zeit einen Verdacht auf Doping", schrieb die Angreiferin am Samstag auf Instagram. Bei den drei versäumten Tests handele es sich "nicht um bewusst vermiedene Kontrolltermine", sondern "um Unstimmigkeiten beziehungsweise Unklarheiten".
Während des Spiels gegen Norwegen bestätigte die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) am Freitag drei "Strikes" der Frankfurter Spielführerin innerhalb von zwölf Monaten. Dieser "potenzielle Verstoß gegen Anti-Doping-Regeln" sei an den Deutschen Fußball-Bund (DFB) weitergegeben worden, der jetzt für das Disziplinarverfahren zuständig ist. Wie schnell eine Entscheidung fällt, ist momentan unklar, die neue Saison startet am 21. August.
Ähnliche Fälle endeten mit langen Sperren
Freigang selbst betonte, dass sie für einen sauberen Sport stehe. Sie habe in ihrer Laufbahn "bereits viele unangekündigte Dopingproben absolviert, die alle negativ waren". Die von ihr genannten "Unklarheiten" seien "bei den täglich zu aktualisierenden und detaillierten Angaben, die wir als Nationalspielerinnen ständig im System aktuell halten müssen", aufgetreten. Leistungssportler müssen der NADA ihren Aufenthaltsort mitteilen, um für mögliche Tests erreichbar zu sein.
Eine Sperre ist daher durchaus möglich. Bekannte Sportler wie der US-Sprinter Christian Coleman und Fred Kerley wurden wegen drei "Strikes" jeweils für zwei Jahre gesperrt, der Internationale Sportgerichtshof CAS reduzierte Colemans Sperre später auf 18 Monate. Da diese Fälle jedoch im US-Rechtssystem verhandelt wurden, ist ein direkter Vergleich mit Freigang schwierig.
Auch ohne Sperre könnte Freigangs WM-Teilnahme gefährdet sein, da sie zuletzt unter Wück kaum noch Einsatzzeiten bekam. Zunächst muss sie ohnehin abwarten. Bislang hat der DFB nur den Eingang der NADA-Meldung bestätigt. Der Bundestrainer wollte sich nach dem Spiel nicht zu dem Fall äußern. Für den sportlich unbedeutenden Abschluss der WM-Qualifikation am Dienstag (18.00 Uhr/ZDF) in Slowenien wird Freigang weiterhin als "auf Abruf" geführt. Anfeuern wird sie ihre Mitspielerinnen aber wieder nur aus der Ferne.