Ibrahim Maza als "Künstler, der arbeitet": Aus den Käfigen Berlins auf die große Bühne
Bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada lebt Maza im Kreise der algerischen Nationalmannschaft seinen Traum. Gegen Weltmeister Argentinien und Superstar Lionel Messi (0:3) verlief die Turnier-Premiere des 20-Jährigen von Bayer Leverkusen zwar nicht wie erhofft, gegen Jordanien bietet sich am Dienstag (5.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) aber die nächste Chance auf ein Erfolgserlebnis. Und diese sollten Maza und Co. mit Blick auf das Weiterkommen in der Gruppe J dringend nutzen.
Zum Match-Center: Jordanien vs. Algerien
Doch wenn der gebürtige Berliner neben all der Freude am Fußballspielen eines aus seiner Zeit auf den Bolzplätzen der Hauptstadt mitgenommen hat, dann die Einstellung, "immer gewinnen" zu wollen. Hatte man dort "zu viel Spaß", sei man mit einer Niederlage bestraft worden, erzählt der dribbelstarke Offensivspieler der Werkself im Vereinsinterview.
Maza als "Künstler, der arbeitet"
In Berlin war Maza als Sohn eines Algeriers und einer Vietnamesin aufgewachsen. Zu Hause wurde meist Deutsch gesprochen, die Sommer verbrachte er oft in der Heimat des Vaters, im Winter ging es ab und zu nach Vietnam. Fußballerisch wurde Maza bei Hertha BSC ausgebildet, reifte dort vom Jugendspieler zum Leistungsträger. Im vergangenen Jahr wagte er den Sprung nach Leverkusen in die Bundesliga und glänzte auch in der Champions League.
Das Wort "Arbeit" muss man dem Kreativspieler dabei nicht erklären. "Ein Künstler, der nicht arbeitet, ist auf dem Feld nicht so viel wert", sagt Maza, der bei der Weltmeisterschaft genauso gut im Kader von Julian Nagelsmann hätte stehen können.
Doch nach diversen Einsätzen in deutschen U-Nationalmannschaften fiel die Wahl auf das Heimatland seines Vaters, der "einen wirklich großen Einfluss" auf seine Entwicklung gehabt habe. Er habe dennoch "sehr lange" überlegen müssen, immerhin sei es "eine Entscheidung fürs Leben", erzählte Maza in einem Interview mit der Berliner Zeitung wenige Monate nach seinem Debüt, das er 2024 bei einem 5:1 gegen Togo feierte.
"Ich wollte", erklärte Maza, "so früh wie möglich für eine A-Nationalmannschaft auflaufen können und so viele Spiele wie möglich als Profi in der Nationalelf machen". Bei der WM sollen noch ein paar dazukommen.