Hochspannendes Offensiv-Feuerwerk: Bayern dämpft Verluste in Paris
Torschütze Harry Kane (17., Elfmeter) erzielte seinen 13. Treffer in der Champions League, Michael Olise (41.), Dayot Upamecano (65.) und Luis Díaz (68.) trafen ebenfalls für die Bayern. Paris nutzte die zahlreichen Abwehrfehler jedoch kompromisslos aus. Khvicha Kvaratskhelia (24./56.) und Ballon-dOr-Gewinner Ousmane Dembélé (45.+5, Handelfmeter/58.) schossen je zweimal. João Neves (33.) vollendete das torreichste Halbfinalduell in der Geschichte des Wettbewerbs.
Zum Match-Center: PSG gegen Bayern München
Kompany bebte und fröstelte auf seinem Platz in der Tribüne des lebhaften Parc des Princes umgeben von seinen Analytikern. Er beobachtete eine Kette von Defensivfehlern und eine völlig entfesselte Angriffsreihe. Mit einem Hörer im Ohr blieb er mit der Bank verbunden, wo sein Assistent Aaron Danks einsprang.
"Vincent ist mit dem Herzen mittendrin, wir treten auch für ihn an", erklärte Kapitän Manuel Neuer vor dem "Duell der Großen" (Le Figaro). Die Bayern starteten mit Jamal Musiala in der Elf, 297 Tage nach seiner schweren Blessur beim schmerzhaften Klub-WM-Finish gegen Paris (0:2). "Nicht nur einer, die gesamte Truppe muss präsent sein", betonte Kompany. Zu seiner Sperre fügte er hinzu: "Ich vertraue den Jungs voll und ganz."
Was auf dem Spiel stand, demonstrierten die PSG-Fans bei der Busankunft mit dichten Pyroschwaden. Im Stadion intonierte eine Blaskapelle vor flammenden Bühnen die Star-Wars-Thema. Die Choreografie stellte ein Schlachtenszenerie dar mit einem bittenden roten "Bayern-Krieger", und vor dem Anpfiff explodierte ein Feuerwerk.
Das Spannungsfeld erlebten die Zuschauer auch auf dem Rasen, wobei anfangs der tiefe Respekt Zurückhaltung forderte. Bereits die erste starke Bayern-Aktion führte zum Führungs tor, als Verteidiger Willian Pacho zu heftig gegen Luis Díaz foulte. Kane verwandelte den Strafstoß sicher, und Kompany ballte die Faust.
Das markierte den Beginn eines offenen Wechsels, in dem Paris rasch die Oberhand gewann. Olise (20.) verpasste nach Kanes präziser Vorlage das 2:0. Stattdessen glänzte Superstar Dembélé und vergab allein vor Neuer (23.). Vor dem Ausgleich umspielte Kvaratskhelia den schlafenden Josip Stanisic mühelos.
"Alles riskieren für unseren Traum", skandierten die auswärtsreisenden Fans, ihre Helden hielten mit. Neves lenkte den Ball nach einem eleganten Olise-Dribbling an die eigene Latte, konterte jedoch nach einer Ecke erfolgreich. Musiala hatte ihn aus dem Blick verloren.
Olises magisches Tor, bei dem er vier Verteidiger austrickste, brachte das 2:2. Paris blieb jedoch hartnäckig. Ein Handspiel von Alphonso Davies, der in der Pause durch Konrad Laimer ersetzt wurde, erlaubte Dembélé die erneute Führung. Neuer berührte den Ball, konnte den hart getretenen Elfer aber nicht parieren.
Nach der Pause rutschte den Bayern das Ruder aus der Hand, Paris entfaltete eine Kraft, der selbst starke Teams wie Chelsea und Liverpool erlagen. Kvaratskhelia bekam beim 2:4 reichlich Raum, Dembélé machte nach einem schnellen Konter den nächsten Treffer.
Dennoch war das kein Knockout für die mental starken Münchner. Upamecano köpfte nach Freistoßvorlage von Joshua Kimmich ein, Díaz verwertete einen weiteren genialen Kane-Pass mit technischer Brillanz. Die Bayern drückten nun und durften dankbar sein, als Senny Mayulu (87.) für Paris die Stange traf.