Haaland trifft doppelt bei WM Debüt, Norwegen erkämpft Auftaktsieg
Haaland meinte: "Es war nicht einfach, ein Debütant zu sein. Man ist nervös. Und an einem nicht so guten Tag zu gewinnen, ist großartig. Es ist fantastisch und ich bin stolz auf uns alle, insgesamt war das ein guter Start", doch er fügte hinzu: "die nächsten Spiele werden viel schwieriger als dieses, also müssen wir besser spielen, noch besser." Der 25 Jährige forderte die Fans außerdem zum Feiern auf: "Ich weiß gar nicht, wie spät es in Norwegen ist, aber herrscht bestimmt noch Chaos. Und ich hoffe, die Leute feiern."
In einer teils wilden ersten Hälfte glich der irakische Star Aymen Hussein (39.) die norwegische Führung aus, die durch den kaum zu stoppenden Torgaranten Haaland (29.) erzielt worden war. Kurze Zeit später nutzte Haaland einen groben Abwehrfehler der Iraker (43.). Der kurz zuvor eingewechselte Leo Östigaard (77. Minute) und Kristian Thorstvedt (90.+7) sorgten dann für die Entscheidung.
Die in der Defensive überraschend fehlerhaften Norweger haben nach ihrem ersten WM Sieg seit 1998 gute Chancen auf den Einzug in die nächste Runde, als nächstes trifft Norwegen auf Senegal. Der Irak, trainiert vom Australier Graham Arnold, kehrte nach 40 Jahren Durststrecke zur Endrunde zurück, doch das Warten auf den ersten WM Punkt für die "Löwen Mesopotamiens" geht weiter, nun treffen sie auf Mitfavorit Frankreich.
Experte Thomas Müller hatte vor dem Anpfiff bei MagentaTV von der "goldenen Generation" der Norweger geschwärmt. In der fehlerlosen WM Qualifikation hatte Rekordtorschütze Haaland mit 16 Toren in acht Siegen seine Ausnahmestellung in der Nationalmannschaft untermauert, nun spielte der Ex Dortmunder in Foxborough vor den Augen seines Vaters Alf-Inge Haaland, dieser war 1994 in den USA selbst als WM Spieler für Norwegen aktiv.
Mit dem Bundesliga Duo Julian Ryerson (Borussia Dortmund) und Antonio Nusa (RB Leipzig) in der Anfangsformation gelang es den Norwegern, Haaland schnell in Ballbesitz zu bringen. Allerdings versteckte sich der Underdog nicht und kam durch Ali Al-Hamadi (13.) zum ersten Torschuss.
Doch nach der ersten Trinkpause war die Tormaschine dann richtig in Fahrt. Nach einem schönen Angriff über die linke Seite schlug David Möller Wolfe eine Flanke an den zweiten Pfosten, Haaland lief ein und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie.
Kein Klassenunterschied, dafür brutale Effizienz
Doch der Irak gab sich vor 63.106 Zuschauern nicht auf, ganz im Gegenteil. Die norwegische Abwehr ließ viel zu viel Raum, Hussein köpfte einen starken Angriff zum erst zweiten irakischen WM Treffer der Geschichte. Dann aber passierte hinten der bittere Fehler. Nach einem zu kurzen Rückpass von Zaid Tahseen setzte der heranstürmende Haaland Torhüter Jalal Hassan unter Druck, bei dem Versuch zu klären schoss Hassan den Angreifer an und der Ball prallte ins Tor.
Nach der Pause zeigte sich ein ähnliches Bild, von dem erwarteten Klassenunterschied war wenig zu sehen. Der Underdog gab nicht auf. Eine äußerst beschwerliche WM Qualifikation machte das Team widerstandsfähig, nicht nur aufgrund der Auswirkungen des Krieges in Nahost. Der Marathon dauerte 21 Spiele, bis sie als 48. und letzte Nation das Ticket für die XXL Endrunde lösten. Und dann wehrten sie sich auf der großen Bühne mit viel Leidenschaft, doch Superstar Haaland und seine Mitspieler waren am Ende zu abgezockt.
Außerdem erlebten die Iraker einen Schreckmoment. Ali Jasim wurde nach einem Zusammenprall mit Nusa in der Mitte der zweiten Hälfte lange behandelt, der Angreifer wurde schließlich auf einer Trage aus dem Stadion getragen.