Haaland startet mit Doppelpack und gibt Feierbefehl

Haaland startet mit Doppelpack und gibt Feierbefehl

Nach seinem Traumdebüt bei der Weltmeisterschaft schlurfte Erling Haaland barfuß in blauen Badelatschen zu den Mikrofonen. Der norwegische Torjäger grinste zufrieden und forderte die Daheimgebliebenen zum Feiern auf. "Mir ist nicht klar, wie spät es in Norwegen ist", meinte der zweifache Torschütze, "aber ich hoffe, alle feiern kräftig."

Der 4:1 (2:1)-Erfolg gegen den Irak bedeutete für Norwegen die Rückkehr auf die WM-Bühne nach 28 Jahren, und Haaland atmete sichtlich erleichtert auf. Der 25-Jährige, der schon viele Erfolge feierte, gestand, vor seinem ersten Einsatz nervös gewesen zu sein. "Als Neuling ist es nicht leicht. Der Druck ist groß", erklärte der Ausnahmestürmer von Manchester City, "von mir werden Tore erwartet. Zum Glück hat es geklappt."

Zum Spielcenter: Irak gegen Norwegen

Steigerungsbedarf vorhanden

Die norwegischen Medien bewerteten die Partie ähnlich und fanden das Ergebnis etwas zu schmeichelhaft. Die mutigen Iraker, begünstigt durch die löchrige Abwehr Norwegens, setzten immer wieder gefährliche Akzente. "Ein dreckiger, aber fantastischer Sieg", urteilte die Zeitung Aftenposten: "Ohne Erling Haaland hätte der WM-Start katastrophal ausgehen können. Aber daran verschwenden wir heute Nacht keine Gedanken. Wir träumen weiter."

Am Dienstag in der Nacht trifft Norwegen auf Senegal und danach kommt mit Frankreich der Topfavorit der Gruppe I. "Die kommenden Partien werden deutlich schwerer, weshalb wir uns steigern müssen", warnte Haaland.

Zuerst lief es nicht rund, doch nach der ersten Trinkpause traf Haaland aus kurzer Distanz, vor den Augen seines Vaters Alf-Inge, der 1994 selbst bei der WM in den USA dabei war. Dann ging es turbulent weiter: Aymen Hussein glich in der 39. Minute aus, doch Norwegens Rekordtorschütze nutzte in der 43. Minute einen schweren Abwehrfehler zur erneuten Führung. Zaid Tahseen spielte einen zu kurzen Rückpass, Haaland sprintete heran und setzte Torwart Jalal Hassan unter Druck. Bei dessen Klärungsversuch prallte der Ball vom Angreifer ins Tor.

 

"Ich bin nicht der Beste"

"Der erste Treffer war schön, der zweite noch besser", jubelte Haaland. Erst spät stellten Leo Östigaard (77.) und ein Eigentor von Hussein (90.+7) vor 63.106 Zuschauern in Foxborough die Weichen für einen deutlichen Sieg.

Die "Goldene Generation" um Haaland (MagentaTV-Experte Thomas Müller) blieb so bescheiden, der Rekordtorschütze der Nationalelf legte eine demütige Haltung an den Tag. Auf die Bemerkung von Trainer Stale Solbakken, Haaland sei der beste Torjäger der Welt, antwortete er: "Diese Saison habe ich nicht die meisten Tore erzielt, also statistisch gesehen bin ich nicht der Beste." Begründung: "Harry Kane und Kylian Mbappé haben häufiger getroffen."

Haalands Aussage zielte wohl darauf ab: Im Verein traf er "nur" 38 Mal, Mbappé 42 Mal und Bayerns Star Kane sogar 61 Mal. Doch diese Statistik interessierte nach seinem Traumdebüt nur am Rande.