FIFA-Kongress in Vancouver beginnt ohne Iran - und vielleicht ohne WM-Teilnahme?
Der FIFA-Kongress in Vancouver hat begonnen, doch der Iran fehlt. Nur noch 42 Tage bis zum grossen Turnier in den USA, Mexiko und Kanada steht FIFA-Präsident Gianni Infantino wegen der Iran-Situation zunehmend in der Kritik. Der iranische Verband berichtete von einer Beleidigung durch einen Beamten am Flughafen, woraufhin die Delegation die Veranstaltung abbrach und sofort in die Türkei zurückkehrte.
Präsident Taj, der Generalsekretär und sein Stellvertreter mussten wegen des unangemessenen Verhaltens der Grenzbeamten und der Herabwürdigung eines wichtigen Teils der iranischen Armee mit dem ersten Flug abreisen, so die Erklärung des Verbands. Berichten zufolge wurde Taj trotz gültigem Visum am Mittwoch die Einreise verweigert.
Standpunkt von Trump zur Iran-Beteiligung bleibt unklar
Der Verbandschef, der im Dezember zuvor kein US-Visum für die WM-Losung in Washington bekam, hat eine Vergangenheit beim Geheimdienst der Revolutionsgarden. Diese Gruppe gilt seit 2024 in Kanada als terroristische Organisation. Die Behörde für Einwanderung, Flüchtlinge und Staatsbürgerschaft Kanadas erklärte gegenüber AFP, sie könne aus Datenschutzgründen keine Details zu individuellen Fällen nennen, betonte jedoch: "Mitglieder der Revolutionsgarden dürfen nicht nach Kanada einreisen."
Infantino wies kürzlich Bedenken hinsichtlich einer WM-Teilnahme des Iran inmitten des Nahostkonflikts zurück. Das Team werde "unbedingt" mitmachen, versicherte der einflussreiche FIFA-Chef. Die Auswahl habe sich sportlich qualifiziert und spiele wie vorgesehen in den USA. US-Präsident Donald Trump änderte seine Haltung zu dem Thema mehrmals. Aussenminister Marco Rubio stellte zuletzt klar, dass die Spieler in den USA herzlich willkommen seien.
Mögliche Beschränkungen könnten jedoch für Begleitmitglieder gelten, die Verbindungen zu den Revolutionsgarden haben, die von den USA und anderen Ländern als Terrorgruppe gelten. "Es ist möglich, dass wir sie nicht einreisen lassen, aber das betrifft nicht die Spieler direkt", so Rubio. Solche Personen wie Verbandspräsident Taj, dem nun auch der Zutritt nach Kanada verweigert wurde.
Auf dem FIFA-Kongress in Vancouver erwarten die Verbände von Infantino Klarstellungen zur Weltmeisterschaft. Es liege auf der Hand, meinte DFB-Präsident Bernd Neuendorf gegenüber dem SID, "dass kurz vor Turnierbeginn die international relevanten Punkte nochmals besprochen werden". Vor allem die Frage einer möglichen WM-Beteiligung des Iran rückt durch den jüngsten Zwischenfall in den Vordergrund.