Dudelsackparty mit Wacklern: Schotten feiern bei WM-Rückkehr gegen Haiti

Dudelsackparty mit Wacklern: Schotten feiern bei WM-Rückkehr gegen Haiti

Ein abgefälschter Schuss von John McGinn in der 29. Minute verdarb den leidgeprüften Haitianern vor 64.146 Zuschauern in Foxborough die Rückkehr auf die große Bühne, mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrem WM-Debüt 1974.

Das Team aus dem krisengeplagten Karibikstaat, das aufgrund einer US-Einreisesperre ohne heimische Fans auskommen muss, trifft nun auf Brasilien. Schottland machte als Tabellenführer der Gruppe C einen großen Schritt in Richtung erstes Erreichen der K.-o.-Runde und darf gegen Marokko erneut im Football-Tempel der New England Patriots auf seine frenetischen Anhänger zählen.

"No Scotland, no Party"

Schon bei der schottischen Hymne vibrierte die Arena, in der auch Edelfan Rod Stewart mitfieberte. Laut Medienberichten hatten rund 30.000 Fans, viele in Kilts und Trikots, Boston bereits in den vergangenen Tagen in eine Partymeile mit Dudelsackklängen verwandelt. Der Schlachtruf "No Scotland, no Party" erklang auch vor dem Anpfiff aus unzähligen knallgelben Schulbussen, die die Anhänger für die Fahrt zum Stadion gemietet hatten.

Mit diesem Rückenwind starteten die Schotten besser in die Partie, leisteten sich dann aber zunehmend nervöse Momente und ließen den auf Konter lauernden Gegner immer wieder gefährlich werden. Phasenweise ging es turbulent zu, Scott McTominay (17.) hatte bei seinem Pfostenschuss aus 15 Metern die schottische Führung auf dem Fuß.

Abgefälschter Schuss entscheidet die Begegnung

Dann hatten die Haitianer großes Pech, als McGinns abgefälschter Nachschuss von Jean-Ricner Bellegarde unhaltbar abgelenkt wurde. Trotz der Führung blieben die Schotten defensiv anfällig.

Der Underdog aus Haiti, bei dem Josué Duverger vom Oberligisten FC Kosmos Koblenz als Ersatztorhüter auf der Bank saß, antwortete mit der nächsten Druckphase. Doch die Schotten überstanden auch diese; über ein Remis zur Halbzeit hätte sich der Favorit nicht beklagen können.

Die Ansprache des schottischen Nationalcoachs Steve Clarke schien zu fruchten, nach der Pause wirkte sein Team stabiler. Die Begegnung verlor auch merklich an Tempo, aber gegen Ende drehte Haiti noch einmal auf. Doch nachdem McGinn (73.) eine gute Chance zum zweiten Treffer ausließ, verpasste Haitis Wilson Isidor (74.) nur haarscharf den Ausgleich. In der Schlussphase köpfte Frantzdy Pierrot (85.) knapp daneben.