Dramatischer Pokalsieg: Titelverteidiger VfB Stuttgart wieder im Finale in Berlin
Deniz Undav traf in der 70. Minute, und der frisch eingewechselte Tomás wendete das harte Spiel für die Stuttgarter um, die in der Bundesliga zudem um den direkten Sprung in die Champions League kämpfen. Freiburg, das durch Maximilian Eggestein in der 28. Minute vorn gelegen hatte, verpasste nun die erste von zwei Chancen auf einen Titel. In den nächsten Wochen, am 30. April und 7. Mai, tritt der Sport-Club gegen Sporting Braga an, um ein Ticket für das Finale der Europa League zu sichern.
"Es ist ein Overload. Ich bin superhappy, es ist Wahnsinn. Dass das Tor in der 119. Minute fällt, ist krass", erklärte Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß bei der ARD.
Die Bayern hatten am Mittwoch mit einem 2:0 bei Bayer Leverkusen zum ersten Mal seit 2020 das Finale in Berlin erreicht und spielen nun zum dritten Mal im Pokalendspiel gegen den VfB. Sowohl 1986 wie auch 2013 holten die Münchner den Pokal.
Nagelsmann beobachtet intensive Eröffnung
In Stuttgart war die Lust auf Berlin kaum ein Jahr nach dem großen Erfolg gegen Arminia Bielefeld erneut enorm. Die Mannschaft habe "Blut geleckt", sagte Hoeneß: "Den Pokal hochzuheben, war fantastisch. Das möchten wir erneut erleben." Freiburg sehnte sich ebenfalls nach dem Finale. Man wolle den "Flow" der letzten Wochen beibehalten, meinte Vincenzo Grifo.
Vor den Augen von Bundestrainer Julian Nagelsmann wurde es ein hitziges Match. Bereits nach 15 Minuten hatte Schiedsrichter Tobias Welz vier Gelbe Karten verteilt, was den Spielfluss stark behinderte. Eggestein erzielte in der frühen Phase den einzigen gefährlichen Schuss, Forderungen nach einem Elfmeter blieben erfolglos.
Trotzdem: Etwa zehn Minuten später durfte der Sport-Club feiern, als Eggestein einen Kopfball von Matthias Ginter aus der Nähe zum Tor lenkte. Der VfB kam erst kurz vor der Pause zu Gelegenheiten und drängte stark auf den Ausgleich. Ermedin Demirovic in der 40. Minute, Jamie Leweling in der 44. und Undav in der 45.+3 scheiterten haarscharf.
Tomás erzielt den entscheidenden Treffer
Trotzdem blieb der VfB nach der Halbzeit druckvoll. Chris Führich in der 49. Minute verpasste die nächste Option, nach einer Stunde musste SC-Torhüter Florian Müller eingreifen, der wie in letzter Zeit im Pokal den abwanderungswilligen Stammkeeper Noah Atubolu vertrat. Den Schuss von Angelo Stiller parierte der ehemalige Stuttgarter auf der Linie.
Auf der anderen Seite verfehlte Yuito Suzuki die Entscheidung, Undav konterte direkt. Ein abgelenkter Schuss des Nationalstürmers landete kurz darauf am Pfosten in der 82. Minute. Müller rettete für Freiburg gegen Führich in der 90.+2 und Undav in der 90.+4, was zur Verlängerung führte. Dort traf Führich in der 96. den Pfosten, gegen El Khannouss in der 103. war Müller wieder brillant da. Schließlich wurde Tiago Tomás zum Helden des Spiels.