Dick Advocaat im Porträt: Ein unglaubliches Comeback und der älteste Trainer der WM-Historie

Dick Advocaat im Porträt: Ein unglaubliches Comeback und der älteste Trainer der WM-Historie

Dick Advocaat (Curacao)

GEBURTSDATUM: 27. September 1947

NATIONALITAET: Niederlande

IM AMT SEIT: Januar 2024 / Mai 2026

TAKTISCHES PROFIL: Strenge Disziplin, sichere Verteidigung, schnelle Gegenstöße

GROESSTE ERFOLGE ALS TRAINER: Niederländischer Meistertitel 1997 (PSV Eindhoven), UEFA-Pokal-Sieg 2008 (Zenit St. Petersburg), UEFA Super-Cup-Sieg 2008 (Zenit St. Petersburg), Schottischer Meistertitel 1999 und 2000 (Glasgow Rangers), WM-Teilnahme 2026 (Curacao)

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Ein sagenhaftes Comeback: Der älteste Trainer der WM-Geschichte

Nachdem Dick Advocaat Curacao auf sensationelle Weise zur ersten WM-Teilnahme überhaupt geführt hatte, erklärte er seinen Rücktritt als Nationaltrainer.

Der Niederländer wollte sich in seiner Heimat um seine schwer kranke Tochter kümmern. Ihr Zustand hat sich aber inzwischen wieder verbessert, weshalb der zwischenzeitlich eingesetzte Coach Fred Rutten seinen Platz räumte, um dem Wunsch der Spieler nachzukommen, dass Advocaat bei der WM auf der Trainerbank sitzt.

Durch seine Rückkehr wird der 78-Jährige zum ältesten Coach in der Geschichte der Weltmeisterschaft und löst damit Otto Rehhagel in dieser Statistik ab. Passend dazu ist Curacao gemessen an der Einwohnerzahl das kleinste Land, das sich je für eine WM qualifizieren konnte.

Advocaat ist ein echter Weltenbummler. Curacao ist bereits die achte Nationalmannschaft, die er übernommen hat. Außerdem war er in drei verschiedenen Amtszeiten Cheftrainer der Niederlande. Seinen größten Erfolg feierte er jedoch mit Südkorea. 2002 führte er die Asiaten bei der WM im eigenen Land bis ins Halbfinale.

Insgesamt arbeitete er bereits in 13 verschiedenen Ländern und sorgte dabei immer wieder für Überraschungen. 2008 führte er Zenit St. Petersburg zum Gewinn des UEFA-Pokals, wobei es ihm auch gelang, Spieler wie Andrey Arshavin zu Weltklasse-Akteuren zu formen. In Deutschland trainierte er zwischenzeitlich Borussia Mönchengladbach (2004/05).

Dick Advocaat wurde maßgeblich von der niederländischen Trainerlegende Rinus Michels beeinflusst. Der Erfinder des "Totaalvoetbal" gab dem nur 1,70 Meter großen Coach auch seinen Spitznamen: "kleiner General".

Diesem wird Advocaat auch tatsächlich gerecht. Er lässt seinen Spielern kaum Raum für Extravaganzen. In einem Interview erklärte er seine strenge Herangehensweise wie folgt: "Es gibt Regeln, und die müssen befolgt werden. Das ist wie zu Hause in der Familie. Wenn es um sechs Uhr Essen gibt, gibt es um sechs Uhr Essen. Und nicht um fünf nach sechs."

Trotzdem genießt er bei seinen Spielern ein enorm hohes Ansehen. Advocaat besitzt ein ausgeprägtes taktisches Verständnis. Er ist kein Dogmatiker, sondern wählt für jedes Team eine individuell angepasste Strategie.

Zudem hat er im Laufe seiner langen Karriere mehrfach gezeigt, dass er kein Herz aus Stein hat. Als er im Jahr 2015 sensationell den sicher geglaubten Abstieg von Sunderland verhinderte, flossen bei ihm vor laufender Kamera viele Tränen.

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