Der Papa betet, der Sohn trifft: Díaz mit emotionalem Debüt

Der Papa betet, der Sohn trifft: Díaz mit emotionalem Debüt

Die Gebete von Luis Manuel Diaz wurden erhört. Vor zwei ausgebreiteten Trikots seines Sohnes und einem Kolumbien-Schal hatte der Vater des Bayern-Angreifers in seinem Hotelzimmer gekniet und in der Hoffnung auf ein gelungenes WM-Debüt die Hände gefaltet - und die Wünsche des 57-Jährigen sollten in Erfüllung gehen. Dafür sorgte sein Sohn mit einem Tor und einer Vorlage höchstpersönlich.

Die Bilder des betenden "Mane" Díaz gingen in den Sozialen Medien rasant um die Welt, nachdem Luis Díaz die Kolumbianer mit einer überragenden Leistung zum 3:1 (1:0) gegen den tapferen Neuling Usbekistan geführt hatte. Die Verbindung des Münchner Profis mit seinem Vater ist eine besondere, spätestens seit dieser im Oktober 2023 in Kolumbien zwölf Tage lang von Entführern festgehalten worden war.

Zum Match-Center: Usbekistan vs. Kolumbien

Emotionales WM-Debüt

"Als ich gerade aufs Spielfeld gehen wollte, war ich kurz davor zu weinen. Erinnerungen aus der Vergangenheit kamen in mir hoch", sagte Díaz nach seinem Gala-Auftritt: "Ich habe sehr dafür gekämpft, mit meinem Land an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen." Und die harte Arbeit hat sich gelohnt.

In Mexiko-Stadt knüpfte Díaz bei seiner WM-Premiere nahtlos an die herausragenden Leistungen für den FC Bayern an. 26 Tore und 23 Vorlagen gelangen ihm in der abgelaufenen Saison in 51 Pflichtspielen für den deutschen Meister, neben Antreiber James Rodríguez, früher selbst mal Spieler der Münchner, ist er der große Hoffnungsträger der Kolumbianer.

Mit dem dribbelstarken 29-Jährigen auf dem linken Flügel will der WM-Viertelfinalist von 2014 beim XXL-Turnier in Nordamerika weit kommen. Die Gruppe K führen die Südamerikaner nach dem ersten Spieltag an, nachdem sich Portugal um Cristiano Ronaldo und die DR Kongo zum Start 1:1 getrennt hatten.

Leistungssteigerung nötig

Doch für ein erfolgreiches Turnier müssen sich die Kolumbianer noch steigern. Gegen die tapferen Usbeken von Trainer Fabio Cannavaro wirkten "Los Cafeteros" nicht immer souverän und durften sich am Ende bei Erfolgsgarant Díaz bedanken.

Erst legte der "Lucho" genannte Flügelstürmer mit einer schönen Halbfeld-Flanke das 1:0 von Daniel Munoz (40.) auf, dann erzielte er per Flachschuss (65.) das wegweisende 2:1. Nach seinem ersten WM-Spiel hielt Díaz stolz seine erste Man-of-the-Match-Trophäe in den Händen.

Gegen die DR Kongo will Díaz in der Nacht zu Mittwoch (4.00 MESZ/ARD und MagentaTV) an seinen Traumstart anknüpfen. Sein Vater dürfte wieder für ihn beten.