De Bruyne gegen Salah: Genauso wichtig wie eh und je, aber mit neuer Rolle beim WM Start
Nur 19 Minuten benötigte Salah, um Emam Ashour mustergültig einzusetzen und somit seine erste Torvorlage bei einer WM zu liefern. Der Ball kam aus der Tiefe des Mittelfeldes, ein deutlicher Hinweis auf die neue defensivere Ausrichtung des ägyptischen Superstars, der sich diesmal mehr als kreativer Kopf denn als kalter Vollstrecker zeigte.
Zum Spiel: Belgien gegen Ägypten
Eine Statistik verdeutlicht Salahs veränderte Spielweise genau. Der Stürmer hatte während des gesamten Spiels nur eine einzige Ballberührung im belgischen Strafraum. Diese einzige Berührung war auch sein einziger eigener Torschuss, ein Kopfball, den Torwart Courtois jedoch abwehrte. Stattdessen zeigte sich Salah als Vorbereiter und schuf zwei gefährliche Torchancen.
Diese außergewöhnlichen Werte sind nicht allein auf Salahs neue Position zurückzuführen, sondern auch auf die Spielstrategie. Ägypten ging früh in Führung und legte danach den Fokus hauptsächlich auf die Abwehr. Dies wiederum veranlasste Kevin De Bruyne auf der anderen Seite, die Initiative zu ergreifen.
Belgiens Nummer 7 war der aktivste Angriffsspieler seines Teams, gab die meisten Torschüsse ab (vier) und traf unter anderem mit einem Freistoß den Pfosten. Bereits vor dem Gegentor hatte er die Führung auf dem Fuß, eine Gelegenheit, die man von ihm normalerweise sicherer verwandelt erwartet.
Umgekehrte Rollen
Wer in den vergangenen Jahren die Premier League verfolgte, kennt De Bruyne als genialen Vorbereiter von Manchester City und Salah als Tormaschine des FC Liverpool. Beim direkten Duell ihrer Nationalmannschaften erlebten die Zuschauer nun die genaue Rollenumkehr.
Der belgische Spielgestalter lag bei den Torschussvorlagen überraschend zurück hinter seinen Teamkameraden Tielemans und Trossard, obwohl er im letzten Drittel mit 17 von 22 ankommenden Pässen der dominierendste Spieler war.
Salah hingegen schoss seltener auf das Tor als Außenverteidiger Hany und hatte genauso viele Ballberührungen im Strafraum wie die Innenverteidiger Ibrahim und Fathy. Dafür überzeugte er zusammen mit Marmoush mit der besten Passgenauigkeit im Angriffsdrittel (sieben von acht).
Ob als Vorbereiter oder Vollstrecker, am Ende spiegelte sich die Leistung beider Stars in einer identischen Flashscore Note von 7,0 wider. Für den Ägypter war nach 76 Minuten Schluss, der Belgier wechselte zehn Minuten später in der 86. Minute auf die Bank.
Am nächsten Sonntag (21.) beginnt für die beiden Stars das nächste Kapitel in der Gruppe G: Belgien trifft um 21:00 Uhr in Los Angeles auf den Iran, während Ägypten um 3:00 Uhr in der Nacht zum Montag in Vancouver gegen Neuseeland antritt.