C'est la vie: Mbappé und Co. bestehen Stresstest im Wetter-Chaos
"Ich hatte tatsächlich eine gute Zeit mit den Spielern", berichtete Nationaltrainer Deschamps nach dem 3:0 (1:0) gegen den Irak gelassen, "Wir haben Scherze gemacht". Auch Rekordjäger Mbappé, der in seinem 100. Länderspiel seine WM-Tore 15 und 16 erzielte, konnte sich mit der ungewohnten Situation arrangieren. "Es war ein langer Abend", seufzte er und lachte: "Emotional und nervlich war es sehr schwierig, denn wir mussten konzentriert bleiben." Doch das Team habe "die Aufgabe erfüllt" und sei deshalb "sehr zufrieden".
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Weil es wie aus Kübeln schüttete, weil sich aber vor allem in höchst bedenklicher Nähe zum Stadion ein Gewitter ausgebreitet hatte, wurde das Spiel nach dem Ende der ersten Halbzeit (17.48 Uhr Ortszeit) erst mal nicht mehr angepfiffen und die Tribünen den Vorschriften in den USA entsprechend zur Sicherheit geräumt. Erst um 20.00 Ortszeit ging es weiter, Halbzeit zwei wurde nach einer Unterbrechung von 2:12 Stunden gestartet.
Mbappé über Messi: "Leo schießt immer Tore"
Die Franzosen dachten sich: C'est la vie. "Es ist, wie es ist", sagte Deschamps, "man kann nicht gegen Regen und Gewitter ankämpfen. Wenn es ein Risiko gibt, muss man sich an die lokalen Gesetze halten. Ich passe mich an. Das nervt mich nicht." Seine Spieler offenbar auch nicht, und schon gar nicht Mbappé mit seinen Treffern drei und vier bei dieser WM: Er erzielte ein traumhaftes 1:0 (14.) und nach einem grauenhaften Fehler der Iraker das 2:0 (54.), das dritte Tor gelang Ousmane Dembélé (66.).
Trotz aller Widrigkeiten sei es "insgesamt ein schöner Abend" gewesen, betonte Mbappé, der mit nun 16 WM-Toren Miroslav Klose einholte und dem ebenfalls erneut doppelt treffenden Lionel Messi (18) auf den Fersen bleibt. Doch von der Rekord-Jagd wollte der Kapitän gar nichts wissen: "Leo schießt immer Tore. Er hat immer Tore geschossen, er schießt sie und er wird immer Tore schießen. Wenn ich mir anschaue, was Leo macht, muss ich mich noch mehr anstrengen."
Und darauf habe er keine Lust. Natürlich wolle er weiter Tore schießen, um seinem Team "zu helfen. Dann kommt man natürlich dieser Sphäre automatisch näher", so Mbappé. Aber es gehe ihm letztlich um das Gesamtziel. "Das ist erst der Anfang, wir müssen noch viel mehr leisten", führte der Rekordtorjäger der Équipe Tricolore aus: "Um eine Weltmeisterschaft zu gewinnen, musst du alle schlagen, das wird also sehr schwierig."
Man werde noch deutlich "mehr auf die Probe gestellt" in den kommenden Runden. Den ersten Stresstest beim "Wasserball" von Philadelphia haben Les Bleus schon mal mit Bravour gemeistert.