"Beschämend": WM-Rückkehr der Türkei endet im Debakel – Arda Güler entschuldigt sich
Über 9000 Flugkilometer von Kalifornien entfernt fieberten die türkischen Fans am frühen Samstagmorgen am Bosporus, auf den Kölner Ringen oder in Berliner Cafés mit - doch nach einem frühen Schock in einem wilden Spiel stand das bittere Aus der Mannschaft von Vincenzo Montella durch ein 0:1 (0:1) gegen Paraguay fest. Für die Türkei ist es bei der Rückkehr auf die größte Fußball-Bühne ein Debakel.
Zum Match-Center: Paraguay vs. Türkei
"Wir sind richtig, richtig traurig, es ist auch beschämend. Wir entschuldigen uns bei unserem Volk", sagte Jungstar Güler von Real Madrid: "Wir weinen in der Kabine. Wir müssen alles tun, um das wieder gutzumachen." Auch der frühere Nationalspieler Halil Altintop musste das Aus "erstmal sacken lassen". Es gebe "sehr, sehr viele Fragezeichen", sagte Altintop bei MagentaTV: "Die Enttäuschung ist sehr, sehr groß, weil die Mannschaft viel individuelle Qualität hat."
Altintop betont positive Entwicklung
Die reichte in den USA aber nicht, um in die K.o.-Phase einzuziehen. Das Gruppenfinale gegen die USA, die durch die türkische Niederlage als Gruppensieger feststehen, ist damit sportlich bedeutungslos. Schon den Auftakt hatten die Türken mit 0:2 gegen Australien verloren.
Vor der WM habe "riesige Euphorie" geherrscht, sagte Altintop, "weil die Entwicklungen der letzten Jahre positiv waren." Doch man habe gesehen, fügte der 38-malige Nationalspieler an, "dass wir in einigen Bereichen Nachholbedarf haben. Man hat heute gesehen, dass die Mannschaft nicht mit dem Druck umgehen kann."
Schon nach 64 Sekunden lagen die Türken im "Endspiel" gegen Paraguay hinten, als Matias Galarza mitten ins Herz der stolzen Nation traf. Nach einer Roten Karte gegen Miguel Almirón, der sich bei einer Auseinandersetzung mit Mert Müldür beim Sprechen die Hand vor den Mund hielt und nach der neuen FIFA-Regel folgerichtig vom Platz flog, spielten die Türken mehr als eine Halbzeit in Überzahl. Doch der erlösende Ausgleich sollte nicht gelingen.
"Ich kann meinen Spielern nichts vorwerfen", sagte Montella und bezog sich auf 62 Schüsse seines Teams in zwei Gruppenspielen - von denen allerdings nur 12 aufs Tor gingen: "Das Glück war nicht auf unserer Seite. Aber das Team hat Herz und Seele gezeigt." Die Zukunft des Italieners ist nach der großen Enttäuschung offen.