Bayern-Star Saibari humpelt: Aber Marokko träumt - und ist "bereit" für Frankreich
"Er hatte ein bisschen Schmerzen im Oberschenkel", sagte Trainer Mohamed Ouahbi nach dem 3:0 (0:0) gegen Kanada über seinen Toptorjäger Saibari, der schon nach 22 Minuten verletzt vom Platz musste. Mehr könne er aber noch nicht sagen: "Ich hatte noch keine Zeit, mit dem Arzt zu sprechen." Doch in der Heimat rechnen sie nicht damit, dass Saibari für das Spektakel gegen Frankreich am Donnerstag (22 Uhr MESZ/Flashscore-Audioreportage) in Boston fit wird. Manche Medien spekulieren sogar, dass die WM für den neuen 50-Millionen-Mann aus München beendet sein könnte.
Zum Match-Center: Kanada vs. Marokko
Mit drei Treffern hatte Saibari Marokko ins Achtelfinale geführt, in Houston konnte der 25-Jährige seinem Team dann früh nicht mehr helfen. Dabei hätten die Nordafrikaner Saibaris Tempo, seine Power, seine Zielstrebigkeit nur zu gut gebraucht. Marokko musste lange leiden, doch am Ende stand die Gewissheit: Es geht auch ohne Saibari. So schwang sich Ounahi (50./82.) mit seinem Doppelpack zum Helden auf, Soufiane Rahimi (90.+8) machte endgültig alles klar. Frisch geduscht, im schicken beigen Hemd zu einer braunen Hose, jubelte auch Saibari bei den Toren mit.
Ouahbi sieht goldene Zukunft für Marokko
"Ich bin stolz auf diese Generation, stolz auf dieses Team", sagte Ounahi, nachdem es Marokko zum zweiten Mal in Folge ins WM-Viertelfinale geschafft hatte und damit nun die erste afrikanische Mannschaft ist, die mehr als einmal unter den letzten acht stand. Nun kommt es wieder zum Duell mit Frankreich, der alten Kolonialmacht. Zudem ist es die Wiederauflage des Halbfinales von 2022, doch gegen Les Bleus gebe es "keine Revanche zu nehmen", sagte Trainer Ouahbi, sechs Spieler aus seinem Kader wurden in Frankreich geboren. Das Ziel sei vielmehr, "so weit wie möglich zu kommen und unser Volk stolz zu machen".
Trotz der Verletzung von Saibari strotzen die Marokkaner vor Selbstvertrauen, seit dem WM-Coup von Katar sind sie noch einmal stärker, gefestigter, einfach besser geworden. "Wir sind bereit, ganz gleich, wer der Gegner ist", sagte Ouahbi, der Marokko vor einem Jahr zum U20-Weltmeister gemacht hatte: "Wir sind heute keine Überraschung mehr, und das erfüllt uns mit großem Stolz. Ich denke, das ist erst der Anfang, und ich hoffe, dass wir noch viele Jahre solche Turniere spielen werden."