ADMIRAL Bundesliga: Die umfassende Saisonbilanz 2025/26

ADMIRAL Bundesliga: Die umfassende Saisonbilanz 2025/26

Als der LASK nach neun Runden auf dem zweitletzten Rang lag, dachte niemand daran, ihn als Anwärter auf den Meistertitel zu sehen. Doch die Rückkehr von Didi Kühbauer im Oktober läutete eine der beeindruckendsten Aufholserien der jüngeren Bundesliga-Historie ein.

Die Linzer wurden zum beständigsten Team der Liga, erkämpften sich nach und nach bessere Positionen und sicherten sich am letzten Spieltag durch ein 3:0 gegen Austria Wien auswärts erstmals seit 1965 wieder die Meisterschaft. Dass mit gleich sechs Akteuren – Modou Keba Cisse, Andres Andrade, Sascha Horvath, Kasper Jörgensen, Moses Usor und Sasa Kalajdzic – LASK-Spieler im offiziellen Team der Saison stehen, zeigt die Überlegenheit des Double-Gewinners.

Der SK Sturm Graz zeigte abermals eine starke Leistung und kämpfte bis zum Ende um den Titel. Obwohl die Gegner schwächelten, reichte es nicht zur erfolgreichen Titelverteidigung, weil den Blackys im Endspurt die Konstanz fehlte. Dennoch brachte Sturm mit Otar Kiteishvili erneut den herausragenden Einzelspieler der Liga hervor. Der Georgier wurde mit 15 Toren und 4 Vorlagen zum dritten Mal in Folge zum „Spieler der Saison“ gewählt.

Für den früheren Serienmeister FC Red Bull Salzburg gestaltete sich die Saison beinahe historisch enttäuschend. Über weite Phasen fehlte die Selbstverständlichkeit, hinzu kamen mehrere Negativrekorde. Vier Heimsiege blieben aus und in vier Pflichtspielen hintereinander gelang kein eigener Treffer – das hatte es in der Red-Bull-Ära noch nie gegeben. Dank der schwächelnden Wiener Clubs reichte es dennoch für Platz drei, aber die Erwartungen der finanziell überlegenen Salzburger dürften andere sein. Immerhin sorgte Youngster Kerim Alajbegovic für positive Schlagzeilen.

Die Austria aus Wien zeigte während der Saison immer wieder vielversprechende Ansätze, konnte aber nie dauerhafte Konstanz erreichen. Positive Abschnitte wechselten sich stets mit Rückschlägen ab. Zwar hat die Austria mit Aleksandar Dragovic einen Führungsspieler, der auch sportlich wichtige Akzente setzte, dennoch fehlte insgesamt die Stabilität für einen ernsthaften Angriff auf die Spitze.

Kaum ein Club pendelte in dieser Saison stärker zwischen Hoffnung und Krise als der SK Rapid. Nach einem vielversprechenden Start unter Peter Stöger und anschließend schwierigen Monaten kämpften sich die Hütteldorfer im Frühjahr plötzlich wieder heran an die Spitze. Doch dann brach das Team erneut ein und der Verein rettete sich nur über das Europacup-Play-off in den internationalen Wettbewerb. Mit einer Zweikampfquote von 71,4 Prozent bestätigte Nenad Cvetkovic seinen Ruf als einer der stärksten Verteidiger der Liga. Serge-Philippe Raux-Yao glänzte beim Spielaufbau und gab die meisten Pässe der gesamten Regular Season ab. Insgesamt eine enttäuschende Saison in Wien-Hütteldorf.

Der TSV Hartberg erreichte den Einzug in die Meistergruppe und bestätigte damit erneut seinen Ruf als unbequemer Gegner. Besonders gegen spielstarke Teams bereitete Hartberg vielen Kontrahenten Probleme. Zudem stellte der Klub mit Benjamin Markus den aggressivsten Tackler der Liga, und Torhüter Tom Ritzy Hülsmann wurde dank zwei Assists und starken Leistungen sogar ins Team der Saison gewählt.

Während viele Experten die SV Ried vor Saisonbeginn im Abstiegskampf gesehen hatten, entwickelte sich das Team von Maximilian Senft zu einem echten Europacup-Anwärter. Die Wikinger feierten 14 Bundesliga-Siege und damit so viele wie zuletzt in der Saison 2010/11.

Zum Symbol der Überraschungssaison wurde Kingstone Mutandwa. Der Stürmer erzielte inklusive Play-offs 16 Tore und stellte damit einen neuen Bundesliga-Torrekord für Ried auf. Auch Oliver Steurer spielte eine außergewöhnliche Runde und bestritt alle 35 Pflichtspiele über die volle Zeit. Trainer Maximilian Senft, der das Gesicht des Erfolgs war, verlässt den Verein nach Saisonende in Richtung Deutschland.

Der Wolfsberger AC durchlebte eine wechselhafte Saison. Über längere Zeit befanden sich die Kärntner gefährlich nahe an der Abstiegszone und galten zeitweise bereits als sicherer Absteiger. Unter Thomas Silberberger gelang jedoch die Wende. Besonders Dejan Zukic sorgte im Angriff immer wieder für Gefahr. Der Kreativspieler wurde mit zehn Assists zum besten Vorbereiter der Liga. Der starke Schlussspurt reichte zwar nicht für Europa, bewahrte den Club aber vor einer noch deutlich enttäuschenderen Saison.

Der SCR Altach absolvierte eine erfolgreichere Saison, als viele erwartet hatten. Dabei stand besonders Patrick Greil im Mittelpunkt. Mit 14 Torbeteiligungen gehörte der Offensivspieler zu den effektivsten Akteuren der Liga und schaffte es ebenfalls ins Team der Saison. Die Vorarlberger überzeugten vor allem durch Kampfgeist und Effizienz und verpassten die Meistergruppe nur knapp.

Beim Grazer AK stand vor allem der Klassenerhalt im Fokus – und diesen schafften die Rotjacken, wenn auch erst spät. Spieler wie Ramiz Harakate oder Beres Owusu spielten dabei eine bedeutende Rolle. Harakate erzielte elf Tore und ging damit als treffsicherster Franzose der Ligageschichte in die Annalen ein.

Die WSG Tirol absolvierte zwar keine herausragende Saison, stellte aber einige bemerkenswerte Statistiken auf. Besonders Nikolai Baden Frederiksen beeindruckte die Liga mit seinen Weitschüssen. Acht seiner neun Tore erzielte er aus der Distanz. Insgesamt können die Tiroler angesichts ihrer begrenzten Mittel zufrieden in die Sommerpause gehen.

Nach starken vergangenen Jahren kam für den FC Blau-Weiß Linz die große Enttäuschung. Die Oberösterreicher fanden nie dauerhafte Stabilität und mussten am Ende mit 19 Saisonniederlagen den Abstieg in die 2. Liga hinnehmen. Dennoch erleben die Linzer für die kommende Saison einen Run auf die Dauerkarten. Die Hoffnung auf eine rasche Rückkehr lebt.

Auch neben dem Platz sorgte die Bundesliga für Gesprächsstoff. Trotz sportlicher Kritik und schwacher internationaler Auftritte war das Zuschauerinteresse so groß wie seit langer Zeit nicht mehr. Durchschnittlich kamen 8.831 Fans in die Stadien. Liga-Chef Christian Ebenbauer bezeichnete die Saison als eine, die vor allem von ihrer Spannung lebte. Weniger spannend, aber sportlich fairer soll die Liga in Zukunft werden. Mit der Abschaffung der Punkteteilung beginnt ab der kommenden Saison eine neue, alte Ära.