Vorsicht Klapperschlangen, ungewöhnliche WM Vorbereitung für die Schweizer Nati
Die Lage ist derart gravierend, dass der Schweizerische Fussballverband (SFV) eine offizielle Karte des Trainingsgeländes der San Diego Jewish Academy herausgeben musste. Darauf ist das sogenannte Schlangengebiet ein bewaldeter Abschnitt des Areals rot markiert und für alle strikt verboten. Während die Organisatoren eigentlich versuchten das Team vor neugierigen Spionen der Konkurrenz zu schützen, hatte niemand damit gerechnet, dass die lokale Tierwelt diese Aufgabe übernehmen würde.
Die Präsenz der giftigen Reptilien beeinträchtigt bereits den Alltag der Mannschaft. Die Schweizer mussten liebgewonnene Gewohnheiten aufgeben um das Risiko einer gefährlichen Begegnung zu verringern. "Wegen der Giftschlangen entlang der Wege haben uns die Partner vor Ort eindringlich empfohlen das Fahrrad für die Strecke zwischen Hotel und Trainingsplatz nicht zu nutzen. Diese Gewohnheit, die bei den Spielern während der Europameisterschaft in Stuttgart noch sehr beliebt war, mussten wir aus Sicherheitsgründen sofort einstellen", berichtete Tobias Wedermann, Journalist der Schweizer Zeitung Blick, bereits im April.
Experten aus San Diego County zeigen sich derweil besorgt über die diesjährige Reptilienaktivität. Zwischen April und Juni tauchen die Tiere vermehrt auch in Wohngebieten auf. In den sozialen Netzwerken kursieren etliche Videos von Klapperschlangen im Viertel La Jolla, wo die meisten Schweizer Journalisten untergebracht sind. Dass in diesem Jahr in Kalifornien bereits zwei Menschen nach Schlangenbissen starben sorgt rund um das Team für zusätzliche Anspannung.
Laut den offiziellen Richtlinien der Behörden besteht jedoch kein Grund zur Panik solange man sich an grundlegende Verhaltensregeln hält. Schlangen warnen vor einem Angriff durch ihr lautes Rasseln und greifen nur an wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen oder man versucht sie zu fangen.
Vargas und die Schlangen
"Die meisten Bisse passieren wenn Menschen versuchen das Tier einzufangen, zu reizen oder zu töten. Lässt man der Schlange einen Fluchtweg geht sie dem Menschen lieber aus dem Weg. Nach einem Biss ist es am wichtigsten Ruhe zu bewahren, die Wunde zu säubern und ruhigzustellen, Schmuck wegen eventueller Schwellungen zu entfernen und sofort den Notruf zu wählen", heißt es auf der Website der Behörden.
Das größte Risiko für die Sportler lauert derzeit bei ihrer liebsten Freizeitbeschäftigung rund um das Hotel Fairmont Grand Del Mar. In unmittelbarer Nähe der dortigen Golfplätze liegen unberührte Naturgebiete in denen sich die Reptilien besonders gerne sonnen. Für den Schweizer Stürmer Rubén Vargas, der als einer der besten Golfer im Team gilt, ist das eine echte Nervenprobe. Er gab offen zu dass Schlangen zu den drei Dingen gehören vor denen er sich im Leben am meisten fürchtet.