Mexiko: Tourismusbeauftragter der Regierung fordert FIFA zur Verantwortung auf
Aufgrund der jüngsten Unruhen im WM-Austragungsland Mexiko fordert Christoph Ploß als Tourismuskoordinator der Bundesregierung den Weltfußballverband FIFA auf, Verantwortung zu übernehmen. "Die FIFA soll zusammen mit den Regierungen von Kanada, den USA und Mexiko gewährleisten, dass Fans geschützt sind und die Sicherheitsstandards der Gastgeberländer beachtet werden", erklärte der CDU-Politiker dem Handelsblatt.
Mexiko tritt in diesem Jahr gemeinsam mit den USA und Kanada als Gastgeber für die große Veranstaltung vom 11. Juni bis 19. Juli auf. Das Land durchlief in den vergangenen Tagen eine Eskalation der Gewalt, nachdem der infamous Drogenboss Nemesio "El Mencho" Oseguera Cervantes in einer Militäroperation getötet wurde.
Die mexikanische Regierung hat derzeit insgesamt 10000 Soldaten eingesetzt. Während der Operation gegen "El Mencho" und den folgenden Ausschreitungen verloren mindestens 27 Mitglieder der mexikanischen Sicherheitskräfte und 46 mutmaßliche Bandenangehörige ihr Leben, wie die Behörden in Mexiko am Montag Ortszeit berichteten. Unruhen gab es in 20 von 32 Bundesstaaten, besonders hart getroffen wurde die Großstadt Guadalajara, die Spiele der Fußballweltmeisterschaft ausrichtet.
Deutschland absolviert seine drei Begegnungen in der Gruppenphase zunächst in den USA und Kanada, der weitere Turnierpfad könnte jedoch auch nach Mexiko führen.
Ploß hob hervor, dass der "Schutz deutscher Reisender" für die Bundesregierung eine "höchste Priorität" darstellt. Die Entwicklungen in den Veranstalterländern werde man daher "dauernd beobachten" und die Betroffenen laufend auf dem Laufenden halten. "Wer zur WM reisen plant, kann sich im Voraus auf den Webseiten des Auswärtigen Amts orientieren", ergänzte Ploß.