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Watzke und Dreesen lehnen WM-Boykott ab

Watzke und Dreesen lehnen WM-Boykott ab

Die Führung der Deutschen Fußball Liga (DFL) sowie die von Rekordmeister Bayern München haben sich trotz der unsicheren Situation um den Co-Gastgeber USA gegen einen Boykott der Fußball-WM im Sommer (11. Juni bis 19. Juli) entschieden ausgesprochen. Ligapräsident Hans-Joachim Watzke erklärte beim DFL-Neujahrsempfang in Frankfurt am Main, dass die Zeit für eine solche Diskussion "derzeit nicht günstig" sei und sie daher "völlig unpassend" wäre.

Bayern-Vorstandschef Jan-Christian Dreesen bezeichnete die kürzliche Aussage von Oke Göttlich, dem Chef des Bundesligisten FC St. Pauli und Vizepräsidenten beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) sowie bei der DFL, als "isolierte" Meinung. "Es gab noch nie eine WM, die boykottiert wurde", sagte Dreesen. "Ich sehe keinen Grund, warum wir an dieser WM nicht teilnehmen sollten."

Göttlich hatte vor dem Empfang von den Verantwortlichen, darunter DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Forderungen nach Antworten zu einem möglichen Boykott gestellt. "Ich frage mich ernsthaft, wann der Moment kommt, um konkret darüber nachzudenken und zu sprechen. Und für mich ist dieser Moment definitiv jetzt", teilte Göttlich der Hamburger Morgenpost mit und bezog sich auf ein mögliches Fernbleiben der Nationalmannschaft. "Das Leben eines Profifußballers ist nicht wertvoller als das Leben von vielen Menschen in verschiedenen Gebieten, die vom WM-Gastgeber direkt oder indirekt bedroht oder angegriffen werden."

Die aggressive Haltung von US-Präsident Donald Trump bezüglich Grönland, die neuen Zollbedrohungen gegenüber dem Co-Gastgeber Kanada und die Verschärfung bei den Einsätzen der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis mit einem zweiten Todesfall innerhalb von zweieinhalb Wochen sorgen für große Ängste vor einem Blick in die Vereinigten Staaten. Aus politischen Kreisen kamen erste Rufe nach einem Boykott.

In Frankfurt setzte Göttlich nach. "Ich würde persönlich empfehlen, nicht zu reisen angesichts der aktuellen Lage in diesem Land", sagte er der Sportschau. "Es geht hier nicht darum, dass der FC St. Pauli oder Oke Göttlich Politik machen. Die Politik wird von Gianni Infantino und Donald Trump betrieben, die bereits eine Propagandainszenierung mit dem Friedenspreis durchgezogen haben."

Die WM 2018 in Russland, die nicht boykottiert wurde, habe demonstriert, "wohin es führt, wenn man bei großen Sportevents zu viel Raum auf der Bühne lässt", meinte Göttlich. Auf die Frage, wie sein Vorschlag in den Gremien von DFB und DFL ankam, erwiderte Göttlich: "Kritisch."